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Hückeswagen
US-Ehepaar forscht nach Hückeswagener Wurzeln

Hückeswagen: US-Ehepaar forscht nach Hückeswagener Wurzeln
Seit einigen Wochen bereits bereisen Stephen und Crystal Bosbach aus Oregon Europa, seit Donnerstag besichtigen die Amerikaner Hückeswagen - wie den Rosengarten. Hier hoffen sie, verwandtschaftliche Spuren von Stephen Bosbachs Familie zu finden. Heute geht's aufs Schützenfest. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Eine Frage beschäftigt Stephen und Crystal Bosbach bereits seit langer Zeit: "Haben wir noch Verwandte in Hückeswagen?" Um das heraus-zufinden, ist das Ehepaar derzeit auf Spurensuche in der Schloss-Stadt. Von Flora Treiber

Stephen und Crystel Bosbach leben zwar seit ihrer Geburt in den Vereinigten Staaten, haben aber - wie der Nachname vermuten lässt - deutsche Vorfahren. Die Familie von Stephen Bosbach kommt ursprünglich aus Hückeswagen. Das weiß er von den Erzählungen seines Vaters über seine deutsche Vergangenheit.

"Mein Vater hat im Zweiten Weltkrieg gekämpft und war nicht stolz auf seine deutschen Wurzeln. Deswegen hat er kaum über seine Eltern und Großeltern gesprochen, die aus Hückeswagen kamen. Mich hat die Familiengeschichte aber immer interessiert", erzählt Stephen Bosbach bei seinem Besuch des Schlosses.

Der Lehrer ist kürzlich in Rente gegangen und nutzt die freie Zeit, um den Ursprung seiner Familie zu ergründen. Vor einigen Wochen hat sich der 68-Jährige gemeinsam mit seiner Frau auf den Weg nach Europa gemacht. Das erste Mal in seinem Leben. "Wir sind in Frankfurt gelandet, waren in München, sind gewandert und Rad gefahren. Jetzt sind wir hier." Am Donnerstagvormittag sind die Bosbachs in Hückeswagen angekommen, um die Spurensuche aufzunehmen.

Die Schloss-Stadt begrüßte sie mit blauem Himmel und kleinstädtischer Idylle. "Die alten Gassen und die verschieferten Häuser gefallen mir. Das kenne ich aus Amerika nicht", schwärmt Crystel Bosbach. Die pensionierte Krankenschwester begleitet ihren Mann mit großem Interesse auf seiner Reise in die Vergangenheit und unterstützt ihn bei den Recherchen.

Hilfe haben spontan Bürgermeister Dietmar Persian und seine Sekretärin Monika Winter angeboten. "Wir versuchen herauszufinden, ob es noch Verwandte in Hückeswagen gibt oder ob die Archive einen Hinweis geben können", sagt Winter. In Hückeswagen gibt es zwar viele Bosbachs, aber niemand passt in den Stammbaum des Amerikaners. "Wir hatten gehofft, einen Anhaltspunkt zu finden. Aber mich macht es schon glücklich, hier zu sein und durch die Straßen zu gehen", sagt Stephen Bosbach.

Sein Urgroßvater Herman Bosbach wurde 1868 in Hückeswagen geboren und wanderte als 27-Jähriger in die USA aus, wo er eine Familie gründete. Seine Schwester Emma, die drei Brüder Ernst, Emil und Ewald sowie die Eltern Julius Bosbach und Mutter Rosa Bosbach, geborene Winkhoff aus Remscheid, blieben hier zurück. Hermann Bosbach war mit einer Amerikanerin, Bertha Stopgeshoff, verheiratet. Gemeinsam zogen sie aus wirtschaftlichen Gründen nach Holyoke in Massachusetts, wo die Familie erfolgreich eine Reinigung betrieb.

"Das sind die Eckpunkte, die wir haben. Es wäre toll, Menschen zu treffen, die etwas über meine Familie wissen", sagt Stephen Bosbach. Dass die erste Suche in Hückeswagen ins Leere lief, entmutigt ihn nicht. "Das braucht Zeit und Glück."

Am Sonntag reisen die Bosbachs nach Köln weiter. Heute aber wollen sie noch das Schützenfest besuchen. Der erste Eindruck von Hückeswagen hat bei beiden einen positiven Eindruck hinterlassen.

Steve Bosbach schwärmt: "Die Stadt ist herzlich und ruhig. Hier kann man sich zuhause fühlen. Ich habe mir viele Bilder online angesehen. Es ist wirklich schön, dass wir endlich hier sind."

Quelle: RP
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