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Hückeswagen
Vorlesen - klassisch, interaktiv, digital

Hückeswagen: Vorlesen - klassisch, interaktiv, digital
Freuen sich über die neuen Medien (v.l.): Michael Scholz, Brigitta Lohmann (Mitarbeiterin der Stadtbücherei), Heike Fink (Kassiererin des Freundeskreises der Bücherei), Beate Breidenbach und Dr. Rainer Hartmann. FOTO: michael schütz
Hückeswagen. Die Stadtbücherei hat den Bestand an neuen Medien erweitert. Möglich machen das Spenden der Bürgerstiftung der Sparkasse und des Freundeskreises (1750 Euro) sowie ein Landesprojekt, über das weitere 2000 Euro geflossen sind. Von Joachim Rüttgen

Nur noch ein Buch lesen, das war gestern. Mittlerweile wird das geschriebene Wort immer häufiger verbunden mit einer App, die auf Smartphone und Tablet neue Möglichkeiten für ein spannendes Leseerlebnis garantiert. Gerade auch für die wachsende Zahl an Flüchtlingen ist diese Form der Nutzung ein guter Leseeinstieg.

Auf diese Entwicklung reagiert auch die Stadtbibliothek und hat ihren Bestand an neuen Medien deutlich erweitert. Möglich gemacht haben dies die Sparkassen-Bürgerstiftung mit 1500 Euro, der Freundeskreis mit 250 Euro sowie das Landesprojekt "Willkommen in bergischen Bibliotheken" mit 2000 Euro. Und das alles, damit Bibliothek eine Zukunft hat, wie es auf einem großen Banner zu lesen ist.

Leiterin Beate Breidenbach stellte gestern die 25 neuen Medien vor. Hierzu zählen ein iPad, ein Beamer, Bücher, Apps sowie eine Verdunkelungsmöglichkeit in der ersten Etage, um über den Beamer Apps und Bilderbücher in größerem Rahmen vorführen zu können. "Die neuen Medien brauchen viel Speicherkapazität, fördern aber die Lesekompetenz", sagte die Leiterin. "Kinder im Vorschulalter wachsen mit neuen Medien auf, deshalb habe ich Eltern bei einer Veranstaltung die Apps vorgeführt."

Mütter und Väter zeigten sich überrascht ob der enormen Möglichkeiten. "Obwohl auch ich mich mit den neuen Medien schwer tue, halte ich sie für wichtig, weil wir in einer digitalen Gesellschaft leben, in der wir das Bewusstsein für die neuen Möglichkeiten gerade auch im Hinblick auf die Flüchtlinge schaffen müssen", sagte Beate Breidenbach. Damit sich Eltern an die Kombi iPad und Bilderbuch gewöhnen, stellt sie ein Exemplar in der Bücherei aus, um daran zu spielen und sich auszuprobieren. "Die meisten haben solche Tablets zu Hause", sagte Beate Breidenbach. Die meisten Apps sind für Apple programmiert.

Die neuen Medien stehen unter dem Motto "Vorlesen - klassisch, interaktiv, digital" und richten sich an Kinder, die nicht so gut im Lesen sind, an Eltern, die nicht so gerne vorlesen und an Kinder, die vielleicht kein Buch zu Hause haben. Ihnen soll ein Buch spielerisch nähergebracht werden. "Ich finde, dass Eltern und Erzieher wissen sollten, was es gibt, was gut ist und was weniger geeignet ist", sagte Beate Breidenbach und sieht einen Bildungsauftrag der Stadtbücherei. Als "Wiederholungstäter" bezeichnete Sparkassensprecher Michael Scholz das erneute Engagement der Bürgerstiftung. "Leseförderung ist ein sehr bürgernahes Thema, das beim Kuratorium sehr gut ankommt", sagte er. Gerade gestern war letzter Abgabetag für die neuen Anträge, über die im November entschieden wird und die im kommenden Jahr ausgezahlt werden. "Ohne die Sparkasse wäre vieles nicht möglich", bedankte sich Beate Breidenbach.

Und Dr. Rainer Hartmann vom Freundeskreis der Bibliothek betonte, dass das Gremium solche Beträge gerne aufstocke - zum Wohle der Leser und Nutzer der Bücherei.

Beate Breidenbach möchte gerne auch in Zukunft "am Ball bleiben" und weitere Medien anschaffen, um gerade auch Flüchtlinge in die Bücherei zu locken. "Die hybriden Medien, also App und Bilderbuch, sind ein guter Einstieg, dazu gibt es zweisprachige Bilderbücher, Deutsch-Kurse oder Romane in einfacher Sprache für Deutsch-Anfänger", sagte sie. Hierzu diene auch ein Flyer für Flüchtlinge und Paten, der verteilt wird, "denn das ist ein Thema, das uns die nächsten Jahre beschäftigen wird", sagte sie. Die Leiterin rät dazu, frühzeitig mit Leseversuchen anzufangen und appelliert an die 120 Flüchtlingspaten in Hückeswagen, mal einen Besuch in der Bücherei einzuplanen. Die Paten sieht sie als Multiplikatoren, deshalb will sie den Kontakt zur neuen städtischen Mitarbeiterin Deike Schütte suchen, um die Integration voranzutreiben. Auch mit Lehrern will die Leiterin sprechen.

Quelle: RP
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