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Hünxe
Schwimmfreunde sind enttäuscht

Hünxe: Schwimmfreunde sind enttäuscht
FOTO: Picasa
Hünxe. Die Kreistagsmehrheit schlägt vor, den Zuschussantrag des Hünxer Vereins in Höhe von 38 157 Euro abzulehnen. Bei der Ausstattung des Bades wird es nun Abstriche geben. Von Peter Neier

Auch die Schwimmfreunde Hünxe sind von den Plänen der Kreistagsmehrheit, den Haushalt 2016 bis 2021 durch diverse Sparmaßnahmen zu konsolidieren, betroffen. So hat der Schulausschuss des Kreises Wesel in seiner Sitzung vom 11. November über Kürzungsmöglichkeiten im Kreishaushalt beraten. Dabei hatte sich das mehrheitsbildende "Jamaika"-Bündnis von CDU, Grünen und FDP/VWG auch für die Ablehnung des Zuschussantrages der Schwimmfreunde Hünxe über 38 157 Euro ausgesprochen und dafür, den Betrag im Rahmen des Haushaltsbeschlusses 2016 nicht zu berücksichtigen. Diese Kooperation hatte die Kreisverwaltung beauftragt, Kürzungspotenziale aufzuzeigen, die ein "Einfrieren" der Kreisumlage erlauben.

"Ich bin enttäuscht und spüre auch im Verein eine Enttäuschung, dass es vom Kreis keine Unterstützung gibt. Man engagiert sich für das Gemeinwohl. Ob es an Wertschätzung fehlt, weiß ich nicht", sagt Dr. Hartmut Weddige, 1. Vorsitzender der Schwimmfreunde Hünxe. Er verweist auf die Waldschule Hünxe und die Schule am Ring in Wesel, die das Hallenbad zum Schwimmunterricht nutzen. "Der beantragte Zuschuss sollte einer noch besseren baulichen Ausstattung für Behinderte, Lehrkräfte und Betreuer dienen." Weddige nennt etwa eine automatische Hauptabschlusstür zwischen Bade- und Umkleidebereich, Kosten: rund 12 000 Euro. "Das können wir mit unserem Budget nicht darstellen, schade für alle Besucher und das Personal."

Dennoch laufe die Grundsanierung weiter auf Hochtouren, das konsequente Kostenmanagement werde weiter geführt, so Weddige. Jetzt werde man im geplanten Budget für die zwingend notwendigen Maßnahmen bleiben müssen, "einige Extrawünsche, die wir und unsere Mitglieder hatten, lassen sich jetzt nicht mehr umsetzen". Denn: "Man kann erst mit Geld rechnen, wenn es da ist." Der Vereinsvorsitzende betont: "Wir hatten uns Mühe mit dem Zuschussantrag gegeben, er machte Sinn." Im Investitionsbudget fehle jetzt zwar das Geld für den Behindertenbereich, "aber wir hoffen, dass es beim Kreis vielleicht den einen oder anderen gibt, der sich die Entscheidung noch einmal überlegt und wir im Bad doch noch das eine oder andere nachbauen können: "Ich werde unsere Ehrenamtler motivieren müssen, dass es trotzdem weitergeht." Die Fraktion Die Linke im Kreistag meint, die Verwaltung sei mit den Vorschlägen "hart an das Limit der rechtlich zulässigen Kürzungen gegangen" und "lehnt die Logik der Haushaltssanierung durch Ausgabenkürzung grundsätzlich ab", wie Fraktionsvorsitzender Sascha Wagner erklärt. Dies ziehe erfahrungsgemäß Einnahmerückgänge nach sich und führe in eine Abwärtsspirale.

Wagner: "Vor diesem Hintergrund tragen wir die von der Kreistagsmehrheit betriebene Haushaltspolitik nicht mit."

Quelle: RP
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