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Jüchen
Eltern klagen über Raser in Spielstraße

Jüchen: Eltern klagen über Raser in Spielstraße
Christian Berger mit seiner einjährigen Tochter Amelie auf dem Arm (Bildmitte) ist Sprecher der Anlieger. FOTO: Anja Tinter
Jüchen. In der Hildegard-von-Bingen-Straße fordern besorgte Eltern Tempo-Messungen, um Autofahrer vom Rasen abhalten zu können. Bürgermeister Zillikens verweist aber auf Polizei-Informationen, wonach die Anlieger selbst zu schnell fahren. Von Gundhild Tillmanns

Viele junge Familien mit kleinen Kindern sind in das neue Wohngebiet Am Auenfeld gezogen. Doch Anwohner aus der Hildegard-von-Bingen-Straße machen sich jetzt Sorgen über die Sicherheit ihrer Kinder. Zu viele Raser gefährden laut Christian Berger Passanten und spielende Kinder in der Hildegard-von-Bingen-Straße: Das hat der Sprecher der Anlieger jüngst auch im Sozial- und Rechtsausschuss vorgetragen. Seit drei Jahren sei eine massive Zunahme der Raser in "seiner" Straße zu beklagen: "Es werden Spitzengeschwindigkeiten von 60 bis 65 km/h gefahren, obwohl in der Straße nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist", moniert der Vater von zwei Kindern.

Seiner und der Beobachtung der Nachbarn nach hielten sich 70 Prozent der Autofahrer in der Hildegard-von-Bingen-Straße nicht an die Schrittgeschwindigkeit, sagt Berger. Es gebe dort keine Schutzräume, obwohl die Straße als verkehrsberuhigt ausgebaut gelte, beklagte der Vater in der Fachausschusssitzung und forderte die Gemeinde zum Handeln auf. Weitere detaillierte Geschwindigkeitsmessungen und Schilder mit dem Hinweis auf Schrittgeschwindigkeit stellen sich die Eltern vor.

Wenig Hoffnung machte ihnen aber der Technische Dezernent der Gemeinde, Oswald Duda: "Diese Straße wurde nach dem neuesten Stand der Technik ausgebaut", sagte Duda. Die Kurven hätten sogar einen Winkel bis zu 90 Grad, die es dort kaum möglich machten, durchschnittlich mehr als 19 km/h zu fahren. Tempoüberschreitungen um das Dreifache, wie der Elternsprecher sie benannt hatte, seien nicht gegeben, verwies der Dezernent auf zwei 24-Stunden-Messungen, die die Gemeinde in der Hildegard-von-Bingen-Straße vorgenommen hatte.

Weitere bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in dieser Straße lehnte Duda mit dem Hinweis auf Begehrlichkeiten aus anderen Straßen ab. Schließlich sei die Hildegard-von-Bingen-Straße keine Durchfahrtsstraße, wo es demzufolge auch keinen Lkw-Durchfahrtsverkehr gebe, argumentierte Duda.

Christian Berger beharrte aber darauf, wenn schon nicht das Dreifache, so werde aber in "seiner" Straße mindestens doppelt so schnell gefahren, als es erlaubt sei. Daran änderten auch die alle 100 Meter alternierenden Parklücken nichts, die meisten führen dort trotzdem noch schneller als 50 km/h, argumentiert Berger für eine erneute Geschwindigkeitsmessung.

Bürgermeister Harald Zillikens verdeutlichte, die Gemeinde dürfe nur den ruhenden Verkehr regeln und müsse für jede Geschwindigkeitsmessung zunächst die Behördengenehmigung einholen. Er sicherte zwar zu, beim Kreis erneut zu versuchen, eine weitete Messung für diese Straße genehmigt zu bekommen. Zillikens wurde aber auch sehr deutlich: Besagte Anliegerstraße werde von Ortsfremden doch wohl eher vorsichtig befahren. Es seien höchstwahrscheinlich die Anlieger selbst, die dort zu schnell führen. "Das wird übrigens von der Polizei auch so bestätigt", sagte der Bürgermeister. Zillikens schlug deshalb eine Bürgerversammlung für die Anlieger der Hildegard-von-Bingen-Straße vor, bei der die Betroffenen auf die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung hingewiesen werden sollen. Dennoch werde er die Kreispolizei bitten, im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten, eine Messstelle an der Straße einzurichten, versprach Zillikens.

Quelle: NGZ
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