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Jüchen
Jüchener testen neue Spielideen auf Messe

Jüchen: Jüchener testen neue Spielideen auf Messe
"Nein, der Platz wird nicht frei!", macht das T-Shirt eines Spielefans klar. Etwa 160.000 Besucher werden bei der "Spiel 2015" in Essen erwartet. Martin Brock-Konzen aus Jüchen sieht sich für den Ali Baba Spieleclub nach Neuheiten um. FOTO: A. Konzen
Jüchen. Martin Brock-Konzen ist als Sprecher eines der größten deutschen Spieleclubs noch bis morgen auf der weltgrößten Fachmesse in Essen "Spiel 2015" unterwegs - auf der Suche nach neuen Spielideen. Von Susanne Niemöhlmann

Für Martin Brock-Konzen ist die Messe "Spiel 2015" in Essen ein Muss: Als Vizepräsident und Pressesprecher des angesehenen Ali Baba Spieleclubs vertritt der Jüchener mehr als 570 Spielefans aus ganz Deutschland. Auf der weltgrößten Fachausstellung, die noch bis morgen läuft, sieht er sich nach Spielneuheiten und Trends um, knüpft Kontakte zu kleinen und großen Verlagen - und testet natürlich auch gleich vor Ort einige Neuvorstellungen. NGZ-Lesern, die sich heute oder morgen noch auf den Weg zum Essener Messegelände machen wollen, rät er dringend: "Früh da sein und viel Zeit mitbringen, denn es wird sehr schnell sehr voll."

Etwa 160.000 Besucher werden erwartet, bis die Messe am Sonntag um 18 Uhr die Pforten schließt. Mehr als 900 Aussteller aus 41 Nationen präsentieren neben bewährten Klassikern mehr als 1100 Neuheiten - so viele wie noch nie. Voll und laut sei es, berichtet Martin Brock-Konzen, "aber wie immer sehr schön und vielseitig". So ist auch das Publikum bunt gemischt: Besucher unterschiedlicher Altersgruppen, Familien "und Nerds wie wir", sagt Brock-Konzen lachend. Was auffällt: "Typisch ist, dass viele Leute Trolleys hinter sich herziehen, weil sie natürlich die Spiele transportieren müssen, die sie gekauft haben." Immerhin sind vor allem nagelneue Spiele beim Messestand des Verlags noch unter dem Verkaufspreis im Laden erhältlich. Und gespielt wird natürlich auch.

So greifen beispielsweise Ilona und Lina Gröning, Mutter und Tochter aus Jüchen, bei der "Spiel" begeistert zu Würfel und Spielfigur. Die 50-jährige Lehrerin hat in den vergangenen 30 Jahren mehr als 100 Spiele gesammelt, ist zum 25. Mal Gast auf der weltgrößten Spielemesse. Seit sechs Jahren wird sie von ihrer Tochter Lina begleitet. Dass die Messe keine Video- oder Computerspiele bietet, stört die 18-Jährige nicht. "Gesellschaftsspiele sind für mich irgendwie reizvoller, als sich nur vor den PC zu setzen", sagt sie.

Derweil sieht sich Martin Brock-Konzen nach Kandidaten für den Preis "DuAli" um, den der Ali Baba Spieleclub im kommenden Januar zum zweiten Mal für das beste Zwei-Personen-Spiel vergeben will. Hat er schon erste Trends ausmachen können? "In diesem Jahr wird viel geschnippt", hat er beobachtet, "beispielsweise müssen beim Spiel ,Flying Kiwi' Holzplättchen geschnippt werden." Der inzwischen seit Jahren anhaltende Boom so genannter kooperativer Spiele, bei denen Teams gemeinsam eine Lösung erarbeiten müssen, ebbt seiner Meinung nach allmählich etwas ab. "Zumindest gibt es immer mehr Varianten, bei denen jeder Spieler für sich Punkte sammelt und es am Ende auch einen Sieger gibt", erklärt er. Kritisch beurteilt der Spiele-Experte Spiele-Apps ohne Mehrwert. "Wenn eine App lediglich den Würfel ersetzt, würfle ich doch lieber", lautet da sein Urteil.

Für einen "großen Hype" sorgt in der Szene die Neuvorstellung des Spiels "Mysterium", "eine Mischung aus ,Cluedo' und ,Scotland Yard'", wie Brock-Konzen das Konzept beschreibt. Das Spiel wird bereits als heißer Anwärter auf die Auszeichnung zum "Spiel des Jahres" gehandelt. Aufgefallen ist dem Jüchener Spielefan zudem eine "Star wars"-Edition des Klassikers "Carcassonne", bei der sich gegnerische Figuren auch bekämpfen.

Gibt es etwas, das sich Besucher nicht entgehen lassen sollten? "In Halle 4 wurde ein Big Game der ,Siedler von Catan' aufgebaut", empfiehlt Brock-Konzen, "dort soll heute zum 20. Geburtstag des Spiels ein neuer Rekord aufgestellt werden: mit mindestens 1000 Spielern."

Quelle: NGZ
 
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