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Jüchen
Kita hatte viele Gäste am verregneten Sonnentag

Jüchen. Über Solarenergie informierten Handwerker und NRWEnergiemobil. Die Kita Garzweiler machte ebenfalls mit. Von Rudolf Barnholt

Der Aktionstag im Rahmen der "Woche der Sonne" war eine verregnete Veranstaltung am Samstag vor und in der Peter-Giesen-Halle. Und weil die Sonne sich nicht blicken ließ, wurden jede Menge gelbe Luftballons aufgeblasen. Besucher erfuhren unter anderem, welche Alternativen es für die altersschwache Heizung gibt, und welche Zuschüsse wo beantragt werden können. Günter Neunert von der Energie-Agentur NRW war mit einem 17 Jahre alten Bus im Format eines Linienbusses vorgefahren. Die Energie-Agentur gehört zum Landesumweltministerium. Die Mission von Neunert: Über Energiespar-Möglichkeiten zu informieren und Förderwege aufzuzeigen. "Was würde sich anbieten, wenn ich jetzt in meinem Einfamilienhaus die Heizungsanlage erneuern möchte?" Diese Frage wird im Bus der Energie-Agentur häufig gestellt.

Die Antwort fällt nicht immer gleich aus, hängt von den Rahmenbedingungen ab. Ist genug Kellerraum zur Verfügung und darf es etwas teurer sein? Dann könnte eine Holzpellets-Heizung die optimale Lösung sein. Lokale Ressourcen, in diesem Fall Holzabfälle, machen unabhängig von Ölscheichs und Oligarchen. "Die Kosten liegen bei etwa 15.000 Euro, es sind Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro möglich und im Betrieb ist eine Pellets-Heizung etwas preiswerter als eine Gasheizung", erklärte Günter Neunert.

Dezernent Oswald Duda, Martin Schursch, der seit acht Monaten bei der Gemeinde als Klimamanager arbeitet, und Amtsleiter Tim Stein gehörten zu den ersten Besuchern am frühen Samstagmorgen. Bettina Buhn aus Neuss hatte sich entschieden, ihren Stand im Foyer der Peter-Giesen-Halle aufzubauen. Ihr Angebot der Firma "Schickes Dach": Dachpfannen mit integrierter Photovoltaikanlage. Ihr Versprechen: "Auch nach 40 Jahren bleiben mindestens 80 Prozent der ursprünglichen Leistungsfähigkeit erhalten." Kostenpunkt für ein kleineres Einfamilienhaus: rund 30.000 Euro.

Friedhelm Glier von der Verbraucherzentrale NRW sagte: "Eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher rechnet sich bei einer gut ausgerichteten Solaranlage. Lediglich bei einer starken Verschattung würde ich davon abraten." Das dürfte Carl-Georg von Buquoy von der EnergieAgentur NRW gefallen haben. Der Diplom-Ingenieur räumte in seinem Vortrag mit dem immer noch weit verbreiteten Vorurteil auf, Photovoltaik sei viel zu teuer. "Eine durchschnittliche Anlage, die 1988 15.000 Euro gekostet hat, ist heute für 1.500 Euro zu haben." Von Buquoy zeigte Bilder aus Kalifornien, die zeigen, wie sehr der Klimawandel bereits fortgeschritten ist angesichts von Seen, die in wenigen Jahrzehnten deutlich geschrumpft sind. Sein Credo: "Es geht nicht nur um die Kosten. Dem Umweltaspekt muss größeres Gewicht beigemessen werden."

Die Kita Garzweiler hatte unter der Leitung von Ulrike Bauer Eltern und Kinder für den Samstag eingeladen, an ihrem Sinnesparcours und weiteren Attraktionen teil zu haben. So gab es im Kindergarten so etwas wie Laufkundschaft. Denn etliche Eltern schauten sich nach oder vor dem Kita-Besuch auch noch im Energiemobil und an den Ständen um.

Quelle: NGZ
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