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Jüchen
Nachwuchs-Retter proben den Ernstfall

Jüchen: Nachwuchs-Retter proben den Ernstfall
Am Jüchener Schulzentrum deutete die Feuerwehr für die Jugendlichen einen Busbrand an. Zwei Mitglieder der Jugendfeuerwehr retteten auch den Busfahrer, der sich verletzt stellte. FOTO: anja tinter
Jüchen. Bei einem 24-stündigen Berufsfeuerwehrtag stellten sich die Jugendfeuerwehr und die Jugendabteilung des Malteser-Hilfsdienstes Jüchen vielen neuen Herausforderungen. Einer ihrer Einsätze: ein Brand einer Lagerhalle. Von Christian Kandzorra

Feuer in Kelzenberg: In der Lagerhalle eines Landwirts brennt es. Dichter Rauch dringt aus dem Gebäude, auch vor der Halle sind Flammen zu sehen. Was sich nach einem echten Ernstfall anhört, ist allerdings nur gestellt - mit der Nebelmaschine und einem kleinen Feuer in einer Blechtonne, von der aus es sich nicht ausbreiten kann. Dann ist Martinshorn zu hören: Die Jugendfeuerwehr rückt an. Der vermeintliche Brand in Kelzenberg zählt am zurückliegenden Wochenende beim Berufsfeuerwehrtag zu den größten Einsätzen und damit auch zu den größten Herausforderungen der Nachwuchskräfte, die jedes Jahr auf "ihre" große Aktion hinfiebern. Dabei tauchen sie für 24 Stunden in den Arbeitsalltag echter Berufsfeuerwehrleute ein, die nie wissen, was sie erwartet, wenn sie zu Einsätzen ausrücken.

Der Hintergrund: Die Jugendlichen sollen Erfahrungen sammeln. "Außerdem ist es unser Ziel, sie zu motivieren", sagt Gemeindejugendfeuerwehrwart Julian Jungheim am Rande des Einsatzes in Kelzenberg. Für die ehrenamtlichen Betreuer ist der Berufsfeuerwehrtag vor allem eine organisatorische Herausforderung: "Wir haben bereits Monate im Vorfeld mit der Planung begonnen." Tatsächlich hat die Jugendfeuerwehr die Abläufe ihrer Berufsfeuerwehrtage in den vergangenen zehn Jahren deutlich professionalisiert; die Szenarien wirken mit teils echten Flammen, die gelöscht werden müssen, weitaus realistischer als bei den "normalen" Übungen der Zehn- bis 17-Jährigen. Die realitätsnahen Einsätze, die Abwechslung und auch die Ungewissheit, nicht zu ahnen, was sie als nächstes erwartet, reizt die Nachwuchskräfte. "Manchmal sind auch Einsätze dabei, die weniger Spaß machen. Zum Beispiel Ölspuren oder das Suchen vermisster Menschen in der Nacht", sagt Matthias Geuer (12), der sich mit seinem Kollegen Timo von Blumenthal (13) einig ist, dass auch solche Aufgaben dazugehören.

Die beiden packen auch beim Brand in Kelzenberg tatkräftig mit an und verlegen mehrere Schlauchleitungen vom nächstgelegenen Hydranten zur Pumpe des Löschfahrzeugs, damit ihre Kollegen den Brand in der Blechtonne löschen können. "Wir wussten bis zur Ankunft an der Einsatzstelle überhaupt nicht, was uns erwartet. Das ist immer eine Überraschung", sagen die Jungen unisono. Genau so war es bei einem angedeuteten Busbrand am Jüchener Schulzentrum, bei dem auch mehrere "Verletzte" gerettet werden mussten. Die "Action" macht ihnen großen Spaß, beide sind ebenso aufmerksam bei der Sache wie ihr Einsatzleiter Henrik Gundt (15), der alles im Blick hat.

Was die Jugendlichen machen, beobachtet währenddessen Thomas Uppenkamp. Er zählt zu den aktiven Feuerwehrleuten, die sich ein Bild vom Einsatz der 15 Jugendlichen machen. "Es ist wichtig, dass sie spielerisch an solche Situationen herangeführt werden", sagt er. Mit ihrer Anwesenheit verdeutlichen die Aktiven den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, dass ihr Übungseinsatz auch wichtig für die Zukunft der Feuerwehr in der Gemeinde ist. Ganz ähnlich setzt auch der Malteser Hilfsdienst auf die Jugendarbeit: Vier Jugendliche, die bald in den Sanitätsdienst übergehen, beteiligten sich unter der Leitung von Dominik Bönisch am Berufsfeuerwehrtag und versorgten die "Verletzten".

Quelle: NGZ
 
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