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Kaarst
Abriss am Bahnhof beginnt

Kaarst: Abriss am Bahnhof beginnt
Das Doppelhaus an der Neersener Straße 15/16 wird von Baggern dem Erdboden gleich gemacht. FOTO: Michael Reuter
Kaarst. Die Bagger sind an der Neersener Straße gerade angerückt, da drängt die CDU schon auf den Abriss der Gaststätte "Im Krug". Die Sozialdemokraten wollen das Geld lieber noch sparen. Von Andreas Gröhbühl

Kaarst Die leerstehende Gaststätte "Im Krug" am Kaarster Bahnhof soll nach dem Willen der CDU lieber heute als morgen beseitigt werden. Das Gebäude zunächst stehen zu lassen, wie es die SPD fordert, und so die Abrisskosten von 45 000 Euro einzusparen, lehnt sie ab. Stattdessen sollen die Bagger, die seit Anfang der Woche das gegenüberliegende Doppelhaus an der Neersener Straße abreißen, am besten nach Ende der Arbeiten direkt auf den "Krug" zusteuern.

Mit Häuserruinen, leerstehendem Gasthaus und dahinterliegendem Schrottplatz bietet die Ortseinfahrt von Holzbüttgen direkt am Kaarster Bahnhof derzeit wenig Ansehnliches. Um die Voraussetzungen für ein schöneres Erscheinungsbild zu schaffen, hat die Stadt das Doppelhaus an der Neersener Straße und die ehemalige Gaststätte gekauft. Der "Krug" alleine kostete 485 000 Euro. Nun liegt das Angebot für den Abriss vor: 45 000 Euro. Gerechnet hatte man mit etwa 70 000 Euro.

Trotzdem sind die Sozialdemokraten gegen einen Abbruch noch in diesem Jahr. "45 000 sind 45 000. Man sollte das Geld bei der derzeitigen Haushaltslage besser sparen", sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Beyer. Das ist möglich, weil die ehemalige Kneipe laut Beyer nicht baufällig sei, von ihr also keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe. Doch es gebe noch einen anderen Grund, weshalb die SPD gegen den Abriss sei. "Reißt man die Gaststätte ab, gibt es freie Sicht auf den Schrottplatz. Das ist wenig einladend für einen Ortsbeginn", sagt Elke Beyer.

Die CDU möchte auf dem Gaststättengelände schnellstmöglich einen provisorischen Schotterparkplatz einrichten, auch, um die Parkprobleme rund um den Bahnhof zu entschärfen. Über die Finanzierung durch Parkgebühren habe man noch nicht diskutiert, sagt Fraktionssprecher Hans Georg Schröder. Aus der Fraktion hört man jedoch, dass der provisorische Parkplatz wohl eher kostenfrei bleibt.

Eine grundsätzliche Überplanung des gesamten Geländes um den Bahnhof steht noch aus, die Verwaltung soll daran demnächst arbeiten. SPD-Vorsitzende Elke Beyer hofft auf eine solche Planung, die, wenn auch nicht gleich der noch betriebene Schrottplatz verschwinden kann, so doch eine vernünftige Lösung für den Sichtschutz auf den Schrott bietet. CDU-Fraktionssprecher Hans Georg Schröder dafür allerdings schon eine Idee. "Wir wollen Sträucher pflanzen", sagt er. Die könnten doch schließlich so teuer nicht sein. "Und wenn, pflanzt die CDU die Büsche eben selbst."

Am Donnerstag entscheidet der Hauptausschuss über den Abriss des "Krugs".

Quelle: NGZ
 
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