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Kaarst
Baustelle: Radler ärgern sich über Sperrung

Kaarst: Baustelle: Radler ärgern sich über Sperrung
Auf dem Weg zur Arbeit bei Pierburg in Neuss müssen Guido Barabasch (l.) und Matthias Hullmann jeden Tag die Brückenbaustelle passieren. FOTO: L.Berns
Kaarst. Wegen der K 37n-Baustelle hat die Stadt den Weg entlang der L 390 dicht gemacht. Radfahrer sagen: Die Sperrung provoziert Gefahrensituationen. Von Rudolf Barnholt

Rüdiger Blaha (59) und Matthias Hullmann (64) aus Vorst, Eduard Janosch (46) aus Driesch und Guido Barabasch (47) aus Neuwerk haben vier Gemeinsamkeiten: Sie arbeiten alle bei Pierburg in Neuss, verzichten häufig auf das Auto, nehmen lieber das Fahrrad und - ärgern sich über die Sperrung des Radweges an der Neersener Straße im Bereich der Autobahnanschlussstelle Holzbüttgen.

Genau gegenüber von McDonalds wird es für Radfahrer, die in Richtung Neuss fahren wollen, derzeit ernst und gefährlich: Ihr Fahrradweg steht ihnen nicht mehr zur Verfügung, dort stehen Baumaschinen. 200 Meter hinter der Autobahnbrücke versperrt außerdem seit Wochen ein riesiger Sandhaufen den Weg. Die Radler müssen auf die Straße ausweichen.

Während des Gesprächs mit den vier Männern vor Ort tauchen immer wieder Radler auf, die kurz innehalten: Viele ignorieren das Verkehrschild "Für Radfahrer verboten", schieben die Absperrung beiseite und schlängeln sich an den Straßenbauutensilien vorbei. Andere geben sich einen Ruck und fahren auf die Straße, Autos überholen sie mit geringem Abstand. Guido Barabasch wundert sich über die Geduld der Autofahrer: "Ich bin bis jetzt noch nie abgedrängt worden, es hat auch noch nie ein Autofahrer gehupt", sagt er.

Das liegt vielleicht daran, dass der 47-Jährige top fit ist und auf seinem Drahtesel ein beachtliches Tempo vorlegt. Matthias Hullmann hat mit den Bauarbeitern gesprochen: "Die haben mir erklärt, dass sie den Radweg in seiner gesamten Breite gar nicht benötigen." Er geht davon aus, dass diese Einschränkung noch das ganze nächste Jahr über bestehen bleibt und ist empört: "Sowas kann man doch nicht machen."

Was Rüdiger Blaha kritisiert: "Ich hätte als Radfahrer zumindest eine Umleitungsempfehlung erwartet." Er fährt jetzt öfter über die Kaarster Straße nach Neuss rein - das bedeutet einen Umweg von einem Kilometer und mehr Ampeln. "Das ist alles relativ willkürlich gemacht worden", schimpft Barabasch. Bei Regen und Dunkelheit werde es für die Radler richtig gefährlich.

Und was sagt die Stadt Kaarst zu den Vorwürfen? Pressesprecherin Sigrid Hecker ließ unsere Zeitung auf Anfrage folgendes wissen: "Die Sperrung des Geh-und Radwegs entlang der L 390 ist leider im Zuge der Baumaßnahme der K 37n unumgänglich, da der Radweg als Baufeld für die Herstellung der Brückenpfeiler genutzt werden muss. Anderweitige Verkehrsregelungen, auch in Bezug auf den Rad- und Fußverkehr, sind geprüft worden, lassen sich aber aus unterschiedlichen Gründen nicht realisieren, unter anderem wegen Kontaktschleifen bestehender Ampeln." Matthias Hullmann fragt sich derweil, ob es nicht sinnvoll wäre, die Kontaktschleifen vorübergehend auszuschalten - zugunsten eines Streifens für Radfahrer auf der Straße.

Quelle: NGZ
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