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Kaarst
Künstler unter "Hochdruck"

Kaarst. Zehn Künstler zeigen in der Galerie Splettstößer bis zum 23. Januar ihre Werke rund um das Thema "Druck". Von Rudolf Barnholt

Zehn Künstler von A wie Soya Arakawa bis W wie Martel Wiegand stellen zurzeit in der Galerie Splettstößer im Alten Rathaus unter dem Titel "Hochdruck" aus. Soya Arakawa lässt die Fülle einer antiken japanischen Gedichtsammlung in die Werke einfließen. Hinzu kommt die deutsche Übersetzung eines Gedichts als Holzschnitt.

Ada Blochwitz zeigt Linolschnitte mit Motiven, wie man sie von ihrer Malerei her kennt: Hochsitze, Häuser, Boote - nur die Tiere fehlen. Das Flüchtlingsboot von Juan Collantes ist eine sehr großformatige Arbeit - der Künstler zeigt an dieser Stelle keinen Druck, sondern den Druckstock. Was denken die Menschen, die kurz vor dem Ende einer langen und gefährlichen Reise stehen? Das Werk macht nachdenklich, Collantes hat es vermieden, zu viel Dramatik in die Szene zu legen.

Annegret Dahlmann hat Druckstöcke zu dreidimensionalen Skulpturen zusammengefügt. Außerdem zeigt sie die Ergebnisse des Druckens "mit verlorener Platte" - diese Werke wirken fast schon ein wenig zeichnerisch.

Felix Droese hat sehr tiefgründige Arbeiten nach Kaarst mitgebracht: Die "Schwarze Tulpe" beispielsweise steht für den Tulpenwahn in den Niederlanden im 17. Jahrhundert, der zur ersten Spekulationsblase geführt hat. Michael Falkensteins "Wasserfall" hat die für einen Druck enormen Ausmaße von 3,30 mal 2,10 Meter. Auffallend sind die feinen Strukturen der Pflanzen und die Hell-Dunkel-Effekte.

Jochen Geilen ist mit Holzstichen im Kleinstformat vertreten. Der ehemalige Professor für Grafik thematisiert sein Metier. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist ansonsten der Schädel der Spitzmaus, die der Künstler in einen engen Zusammenhang mit dem Menschen bringt.

Stephanie Hermes, die früher vor allem Masken fertigte, zeigt heute Holzdrucke. Ihre Figuren sind kantige, stark abstrahierte Typen. Marina Sailers Drucke wirken ebenso opulent wie ihre Ölgemälde. Und Martel Wiegand schließlich druckte mit mehreren Platten. Ihre Arbeiten sind im Wortsinne kopflastig.

Die Ausstellung in der Galerie Splettstößer endet am 23. Januar von 11 bis 16 Uhr mit einem Umtrunk. Die Galerie an der Rathausstraße 3 ist vom 22. Dezember bis zum 4. Januar nur nach Vereinbarung geöffnet. Kontakt zur Terminvereinbarung: Telefon 02131 3687367, E-Mail an art@galerie-splettstoesser.de.

Quelle: NGZ
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