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Kaarst
Mohn-Bilder entstehen bei der "Gartenarbeit"

Kaarst. Walter Urbach (91), Grandseigneur der Kaarster Kunstszene, stellt in der Städtischen Galerie im Rathaus Büttgen aus.

Walter Urbach ist als Künstler eine Institution in Kaarst. Am Sonntag wurde eine Ausstellung mit seinen Mohn-Bildern in der Städtischen Galerie im Rathaus Büttgen eröffnet. Würde der Maestro persönlich anwesend sein? Die Frage war berechtigt, schließlich ist der gebürtige Neusser vor kurzem 91 Jahre alt geworden. Als er dann mit Frau und Tochter erschien, gab es spontanen Applaus.

Die Kunsthistorikerin Gisela Götte, frühere Leiterin des Clemens-Sels-Museums, würdigte das Werk des Grandseigneurs der Kaarster Kunstszene in ihrer Einführungsrede. Zu sehen sind unter anderem recht aktuelle Arbeiten. Die schwarzen Tusche-Bilder erinnern weniger an Mohn, sie wirken wie Kalligrafien. Die Körpergestik war auch beim Entstehen dieser Bilder sehr ausgeprägt. Walter Urbach ist immer dann künstlerisch aktiv, wenn es seine Tagesform zulässt. Und viele seiner Exponate in Büttgen sind das Resultat einer Form von "Gartenarbeit": "Er bearbeitet seine Bilder mit dem Schlauch im Freien, dass es wie Vandalismus wirkt", erklärte die Kunsthistorikerin.

Die großformatigen Aquarelle auf Papier, die ungerahmt sind, entstanden ebenfalls im Garten des Künstlers. Er hatte das Papier auf dem Rasen ausgebreitet und die Farbe stehend aufgetragen. Der Wahl-Kaarster, der vor seinem Studium bei Otto Pankok und Ewald Mataré eine Lithografen-Lehre absolviert hatte, präsentiert in Büttgen auch eine Kostprobe seines druckgrafischen Arbeitens. Die beiden großformatigen Radierungen entstanden durch das Zusammenfügen zweier Zinkplatten. Urbach, der in vielen Metropolen dieser Welt seine Bilder präsentiert hatte, befasst sich seit 1970 fast ausschließlich mit dem Thema Mohn. Gisela Götte sprach von "gegenstandsfreien Farbsetzungen", wobei der Bezug zum Abbildhaften nie ganz verloren gehe. Seine Ölmalerei ist geprägt von einer Transparenz, wie man sie vor allem von Aquarellen her kennt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Juni zu sehen: montags bis mittwochs von 9 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, freitags und samstags von 9 bis 12 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr; am 25. und 26. Mai geschlossen.

(barni)
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