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Kaarst
Roman entsteht mit Spenden

Kaarst: Roman entsteht mit Spenden
Ihren ersten Roman hat Constanze Junkers ausschließlich als Buch im Internet veröffentlicht. FOTO: Lothar Berns
Kaarst. Weil Buchverlage die Veröffentlichung ihres Fantasy-Roman ablehnten, entschloss sich Constanze Junkers, ihr Erstlingswerk als elektronisches Buch ins Netz zu stellen. Für das Fortschreiben der Geschichte zahlen die Leser. Von Stefan Reinelt

Die Idee mit dem unvollendeten, elektronischen Buch kam Constanze Junkers schon vor einiger Zeit. Zunächst ging die Jungautorin allerdings den üblichen Weg einer Buchveröffentlichung und schickte eine Zusammenfassung ihres Erstlingswerks an Verlage. Die Reaktion war ebenso üblich: Sie erhielt eine Standardabsage. Mit Blick auf ihre jugendliche Zielgruppe entschloss sie sich deshalb, ihren Fantasy-Roman "Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Yssenhoff" als sogenanntes e-Book zu veröffentlichen. Das erste Kapitel wurde auf einer eigens eingerichteten Internetseite kostenlos zum Lesen eingestellt. Die weiteren Veröffentlichungen leben von der Unterstützung der Leser.

Für das zweite Kapitel müssen zwei Spenden in Höhe von je 20 Cent an die Autorin überwiesen werden, für das dritte vier Spenden, für das vierte acht Spenden und so weiter. Zu Beginn geht das sehr schnell. Noch am Tag der Veröffentlichung waren sechs Kapitel freigeschaltet. Bei insgesamt 28 Kapiteln summieren sich das Spendenaufkommen und damit auch die Anzahl der Leser. Zum Ende der Geschichte stünde ein sechsstelliger Betrag. "Mir geht es aber nicht allein ums Geldverdienen. Dass die Summe erreicht wird, ist auch utopisch", sagt Junkers. Deshalb sollen später verschiedene Werbeaktionen dafür sorgen, dass weitere Kapitel veröffentlicht werden.

Der Roman erzählt von den 13-jährigen Mädchen Emily und Kristin, die mit Hilfe eines magischen Amuletts in neue Welten mit fremden Wesen und Völkern reisen. Über Bilder tauchen die beiden Mädchen in diese ein. Sie verstricken sich mehr und mehr in die Abenteuer, und als schließlich Kristin entführt wird, hängt alles an Emily.

Rund zweieinhalb Jahre hat Constanze Junkers an der Geschichte gefeilt. Durch ihre eigene Familienplanung reflektierte sie, dass viele Kinder herausfinden möchten, woher sie Begabungen haben. Das trifft auch auf Emily zu, die bei ihren Großeltern aufgewachsen ist. "Außerdem möchte doch jeder Mensch etwas Besonderes erleben. Durch die Figuren im Buch kann ich das auch", begründet die 30-Jährige ihre Lust am Schreiben. Dabei geht sie systematisch vor: Zuerst legte sie die Figuren und ihre Eigenschaften fest, anschließend die Chronologie der Handlung. Während des Schreibens kamen schließlich noch die ein oder anderen witzigen Momente spontan hinzu.

Selbst greift Constanze Junkers gerne noch zum gedruckten Buch. Sie weiß, dass ihre junge Zielgruppe e-Books auf dem Smartphone liest, und auch sie selbst weiß um den Vorteil. "Unterwegs ist das sehr praktisch, wenn man nicht so viele Bücher mitschleppen muss", sagt sie.

Quelle: NGZ
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