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Kaarst
Schwarzer Humor mit Kay Ray

Kaarst: Schwarzer Humor mit Kay Ray
Kay Ray wie man ihn kennt - in Kaarst trat er brav frisiert auf. FOTO: dieker
Kaarst. Mit gewohntem Witz im neuen Gewand macht der Kabarettist eine gute Figur.

Kay Ray bleibt anders. Daran ändert auch sein neues Kabarett-Programm "Yolo" nichts. Doch der gelernte Friseur, der sich als Entertainer ohne Grenzen einen Namen gemacht hat - wer ihn kennt, weiß, dass er auf der Bühne schon jegliche Grenze überschritten hat, indem er sich auszog und eine Schildkröte aus seinem Genital formte - wäre nicht der, der er ist, wenn er nicht auch nach einer Einführung noch den "alten" Kay Ray hervorblitzen ließe.

"Das Leben ist Veränderung", sagte er, als er im blauen Anzug, mit orangefarbenem Hemd und gar brav frisiertem Haar die Bühne im Albert-Einstein-Forum betrat. "Um es kurz zu machen: Der Paradiesvogel ging mir auf den Sack. Ich wäre lieber ein Raubvogel. Aber mit 52 Jahren fliegt es sich auch nicht mehr", erklärte er. Er wolle diese Welt nicht so hinterlassen, wie sie derzeit ist. "Ich werde nicht ruhiger, weil ich Vater bin. Gerade weil ich ein Kind habe, möchte ich ein paar eckige Runden drehen.

" Eingesehen habe er aber rein gar nichts, sein neues Programm - im Übrigen das erste, das einen Titel trägt - sei die logische Fortführung dessen, was er bisher so getrieben habe. Und so präsentierte er dem Publikum schwarzen Humor vom Feinsten, der auch gerne unterhalb der Gürtellinie abdriftet. Denn wäre es nicht so, dass er alles und jeden durch den Kakao zieht, sei das ja auch irgendwie Diskriminierung. Tabu-Themen kennt Kay Ray ohnehin schon lange nicht mehr.

Zwischen den Nummern, von denen einige nagelneu, andere altbewährt und nach wie vor beliebt sind, überrascht Kay Ray auch mit seinem Gesang. Kay Ray liebt es, zu provozieren. Er polarisiert. Er appelliert zu mehr Offenheit und Toleranz. Und er weiß: "Lieber unter Niveau amüsiert, als über Niveau gelangweilt."

(vest)
 
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