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Kaarst
Trendsport Einradfahren sorgt für Abwechslung in den Ferien

Kaarst. Wenn sich 18 begeisterte Kinder in den Osterferien in einer Sporthalle treffen, liegt ein Fußballcamp nahe. Nicht so bei der SG Kaarst, die in der schulfreien Zeit auch Einradkurse für Kinder anbietet. Ob blutiger Anfänger oder Fortgeschrittener spielt dabei keine Rolle. "Wir trainieren in zwei Gruppen. Die Fortgeschrittenen haben ja meist vergessen, wie schwer es zu Beginn war, und können das dann bei den Anfängern beobachten. Umgekehrt sehen die Kinder, was sie noch erreichen können", erklärt Trainer Tillmann Wiederhold. Von Lucas Bayer

Seit nunmehr sieben Jahren bietet der selbstständige Grafikdesigner in den Ferien Einradkurse für Kinder an, an denen übrigens auch die Eltern teilnehmen dürfen. "Am Anfang war die Teilnehmerzahl noch nicht so hoch, aber seitdem Einradfahren eine richtige Trendsportart ist, sind die Kurse fast immer ausgebucht", sagt Wiederhold zufrieden. Besonders beliebt sei das Einradfahren bei Mädchen, aber auch Jungs mischten sich darunter.

Wiederhold leitet die Kurse zusammen mit seinem Sohn Noah, der sich auch schon im frühen Kindesalter auf das Einrad geschwungen hat. Dem 24-Jährigen ist es wichtig, dass die Teilnehmer viele Freiheiten haben: "Die Kinder machen hier sehr viel in Eigenregie. Dazu ist Ehrgeiz notwendig, wenn man zunächst immer wieder vom Rad fällt. Die Anfänger beginnen damit, sich an einem Kasten festzuhalten und ein erstes Gefühl für das Einrad zu bekommen." Später können die Kinder auch die sogenannten Giraffen testen, Hochräder, die bis zu zwei Meter messen. "Es gibt so viele Dinge, die mit diesen Rädern machbar sind: Pendeln, Rückwärtsfahren oder sogar Sprünge. Für diese spektakulären Tricks haben wir Municylces, Moutain-Einräder mit einem etwas dickeren Reifen", berichtet Noah Wiederhold.

Diese Vielseitigkeit lässt auch die Kinder vom Einradfahren schwärmen. "Ich finde es echt super, dass wir hier immer wieder neue Sachen ausprobieren können. Die Gruppe ist toll, es macht einfach nur Spaß", sagt die zehnjährige Viola Wolterinck mit einem Lächeln.

Vor den Giraffen ist der Respekt dann aber wohl doch etwas größer. "Ich hatte schon ein bisschen Angst vor der Höhe, aber im Endeffekt ist das auch nur Kopfsache. Sobald man draufsitzt, ist es auf einmal ganz leicht", erzählt die neun Jahre alte Lisa Schumacher. Für manche sind die Kurse eine Abwechslung zu anderen Sportarten. "Da ich auch Leichtathletik mache, hilft mir das Einradfahren bei meiner Ausdauer und meinem Gleichgewichtssinn echt ungemein weiter", sagt Paula Joost. Obwohl Einradfahrer längst bei Turnieren antreten, spielt der Wettbewerbsgedanke bei Tillmann Wiederhold keine Rolle. "Die Kinder haben Ferien und möchten Spaß haben. In der Schule sind sie schon genug Stress ausgesetzt." Trotzdem lösen die Kurse etwas aus, so Wiederhold weiter: "Alle Kinder hier erzielen unglaubliche Lernerfolge, die geben ihnen dann Selbstvertrauen für die Schule und anderswo."

INFO Für den nächsten Kursus ab heute um 15.30 Uhr sind noch wenige Plätze frei.

Quelle: NGZ
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