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Kaarst
Wiener Musik bei Gugelhupf und Kaffee in der Kirche

Kaarst. Wolfgang Weber, hauptamtlicher Kantor der evangelischen Kirchen in Kaarst und Holzbüttgen, hatte schon immer ein besonderes Verhältnis zum Gugelhupf. Diesen Klassiker unter den Rührkuchen aus Hefeteig, oft mit Rosinen und Sultaninen, hat er schon als Kind - er ist im Schwarzwald aufgewachsen - für die Nachbarschaft gebacken. Schließlich verdankt er auch sein privates Glück diesem Gebäck.

Es war ihm immer schon ein besonderes Anliegen, einmal ein lockeres Konzert bei Gugelhupf, Kaffee und Tee zu veranstalten. Also verteilte er das Rezept an Mitglieder seiner Kantorei, und stattliche zehn Kuchen in ebenso vielen Variationen bestückten das Büffet jetzt beim "1. Kaarster Gugelhupfkonzert" in der Auferstehungskirche.

Wolfgang Weber (Kurzflügel) hatte mit Andreas Illgner (Stehgeige) einen kongenialen Mitstreiter gefunden. Zusammen boten sie einen ansprechenden Streifzug durch süddeutsche, österreichische und ungarische Salonmusik.

Das erste "Tempo di Minuetto" von Fritz Kreisler dokumentierte auch die für Kammermusik bestens geeignete Akustik der Kirche. Andreas Illgner gab kurze Erläuterungen zu den Stücken. Fritz Kreisler war berühmt-berüchtigt für seine Fälschungen alter Meister. Sein "Liebesleid" aber war unsterblicher Wiener Tonfall.

Vor allem Wiener Melodien begleiteten den Gugelhupf-Genuss, die beiden Interpreten streuten gelegentlich anspruchsvolle Kompositionen dazwischen, wie die "Meditation" aus "Thaïs" von Jules Massenet oder Engelbert Humperdincks "Abendgebet". Vor allem ungarische Melodien wie der "Czardas" von Enrico Monti forderten die Violine zu virtuosen Eskapaden, bei immer sicherer Begleitung durch Wolfgang Weber am Flügel.

Den geforderten Zugaben konnte Andreas Illgner nicht nachkommen, denn der Stehgeiger hatte eine knappe Stunde später schon am ersten Pult des Neusser Kammerorchesters in der Quirinusbasilika zu sitzen.

(Nima)
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