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Kamp-Lintfort/Moers
50 Flüchtlinge kommen am Abend an

Kamp-Lintfort/Moers: 50 Flüchtlinge kommen am Abend an
Müde und erschöpft kamen gestern Abend die Flüchtlinge am Bergwerk West an. Sie wurden direkt nach ihrer Ankunft registriert. Zahlreiche Kamp-Lintforter hatten sich bei der Stadt gemeldet und boten ihre Hilfe an. Sie kümmerten sich als Scouts jeweils um kleine Gruppen. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort/Moers. In Kamp-Lintfort finden seit gestern Abend etwa 50 Flüchtlinge eine vorläufige Unterkunft. Die Stadt hatte die Ausbildungsstätte der ehemaligen Zeche in den vergangenen Tagen unter Hochdruck in eine Noteinrichtung umgebaut. Von Tanja Karrasch

Ein Bus mit etwa 50 Flüchtlingen ist gestern Abend kurz nach 21 Uhr in Kamp-Lintfort angekommen. Die Stadt hatte mit 100 gerechnet. Es sind vor allem Familien mit Kleinkindern und viele junge Menschen, die in den Räumen der ehemaligen Ausbildungsstätte eine Zuflucht finden. Sie wirken müde und erschöpft, aber froh, in Kamp-Lintfort angekommen zu sein. Ein kleiner Junge, etwa vier Jahre alt, darf als erster den Bus verlassen, weil er zur Toilette musste. Einige Flüchtlinge sprechen Englisch. Erst gegen 14 Uhr war klar, dass die Menschen in einem Zug auf dem Weg nach Düsseldorf sind und mit Bussen am Bergwerk West eintreffen würden. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte die Stadt darüber informiert.

Mitarbeiter der Stadt und des Deutschen Roten Kreuzes warteten in den Räumen der ehemaligen Zeche auf die Neuankömmlinge. Es waren viele ehrenamtliche Helfer vor Ort. Bürger hatten sich bei der Stadt gemeldet und ihre Unterstützung angeboten.

Flüchtlinge, die in der Unterkunft an der Friedrichstraße untergebracht sind, boten ihre Unterstützung als Dolmetscher an. Eigentlich hatte die Bezirksregierung die Ankunft für Montagabend angekündigt, kurzfristig wurde sie auf Dienstag verlegt. Der Tag Verzug sei nicht förderlich gewesen, sagte Christoph Müllmann, Erster Beigeordneter: "Wir hatten mit Hochdruck daran gearbeitet, gestern präsent zu sein. Dann mussten wir allen absagen, um heute wieder anzurufen." In der Notunterkunft, die im Auftrag des Landes errichtet wurde, sollten in der Nacht alle Flüchtlinge direkt nach der Ankunft registriert werden. Dafür hatte die Stadt mehrere Registrierplätze eingerichtet.

"Das ist nur eine vorläufige Erfassung", sagte der Sozialdezernent. "Wir nehmen die Namen und Daten auf und machen ein Foto. Dann bekommt jeder Flüchtling einen Ausweis für die Einrichtung. So kann man sehen, wer beim Essen war oder wer rein und raus geht." Bei ärztlichen Untersuchungen sollte anschließend überprüft werden, in welcher gesundheitlichen Verfassung sich die Menschen befinden. Wie die offizielle Registrierung in den kommenden Tagen ablaufen wird, wusste Müllmann gestern noch nicht: "Es kann sein, dass Beamte der Bundespolizei in die Einrichtung kommen, oder die Menschen mit Bussen in eine andere Stadt gebracht werden müssen." Ehrenamtliche Helfer versorgten gestern Abend die Flüchtlinge mit Kaffee, Tee und Pizzaschnecken.

In Moers geht das Warten auf die zusätzlichen Flüchtlinge weiter. Wie berichtet, hatte das Land gefordert, dass die Stadt zu den bereits in der Achterrathsfeldschule einquartierten 150 Menschen weitere 150 Personen in der Erstaufnahmeeinrichtung aufnehmen soll. Die Stadt hatte angeboten, 120 Flüchtlinge ab heute in der Achterrathsfeldschule aufzunehmen. Ob und in welcher Form das Land auf diesen Kompromissvorschlag einging, ist nicht bekannt.

Die Zahl der Personen in den Unterkünften des Landes wird bei der Zuweisung zusätzlicher regulärer Flüchtlinge berücksichtigt. Die Städte Moers und Kamp-Lintfort werden daher in den kommenden zwei bis drei Wochen vermutlich keine zusätzlichen Flüchtlinge aufnehmen müssen.

Quelle: RP
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