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Kamp-Lintfort
Jürgen Preuß will für die SPD in den Bundestag

Kamp-Lintfort. Vier SPD-Kandidaten bewerben sich im Wahlkreis Wesel I in Nachfolge von Hans-Ulrich Krüger um die Bundestagskandidatur. Darunter ist auch der Kamp-Lintforter SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Preuß. Von Anja Katzke

Dass er mal seinen Hut in den Ring werfen würde, hätte er vermutlich vor allzu langer Zeit selbst nicht gedacht. "Ich bin mit Leib und Seele Kommunalpolitiker. Nirgendwo bekommt man es in der Politik so schnell gespiegelt, ob man gute Arbeit geleistet hat oder nicht", sagte Jürgen Preuß gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Da stand aber längst fest, dass er sich auf der SPD-Wahlkreiskonferenz am 3. Oktober dem Votum der Delegierten stellen wird. Er bewirbt sich mit drei weiteren Kandidaten aus dem Wahlkreis Wesel I um die Bundestagskandidatur. Seine Mitbewerber sind der Groß- und Außenhandelskaufmann Markus Jewanski (34) aus Voerde, der Erziehungsberater Stephan Leifeld aus Schermbeck (49) und Mario Schmidtmann (47), Verkaufsleiter im technischen Außendienst, aus Hünxe.

Jürgen Preuß, der einzige Kandidat vom linken Niederrhein, ist in Kamp-Lintfort kein Unbekannter. Vor allem als erster stellvertretender Bürgermeister hat er sich in den vergangenen fünf Jahren einen Namen gemacht. Erst im Frühjahr hatte der 53-Jährige als Nachfolger von Heinz Günter Schmitz den Vorsitz der SPD-Fraktion im Stadtrat übernommen. Auch wenn die Berufspolitik für ihn zunächst kein Überlegungsansatz gewesen sei, sei er in den letzten Wochen und Monaten zu der Überzeugung gekommen, dass Kamp-Lintfort sowie der gesamte Wahlkreis in der aktuellen Situation gut in Berlin vertreten werden müsse. "Es stehen so viele wichtige Aufgaben an, für die wir auch dicke Bretter bohren müssen", erklärte Preuß. Allein für seine Heimatstadt fallen ihm gleich mehrere Projekte ein, für die es in Berlin zu kämpfen gelte: Die Anbindung der Stadt an einen Bahnanschluss, die Landesgartenschau 2020 sowie die Ansiedlung von Logistik-Unternehmen als Arbeitsplatzmotor.

Jürgen Preuß aus Kamp-Lintfort ist einer der Bewerber im Wahlkreis Wesel I um die Bundestagskandidatur der SPD. FOTO: Klaus Dieker

"Es ärgert mich aber auch, dass in den Kommunen immer viel zu wenig ankommt, wenn im Bundestag Gelder zu vergeben sind. Die Städte müssen in Deutschland als Bittsteller auftreten", betont der Bewerber aus Kamp-Lintfort und zieht die Niederlande als gutes Beispiel heran. "Dort fließt viel mehr Geld in die Kommunen. Die Straßen sehen dort aus, wie aus dem Ei gepellt."

Auch seine Erfahrungen als stellvertretender Bürgermeister hätten schließlich zu seiner Entscheidung geführt, sich um die Bundestagskandidatur zu bewerben: "Ich habe in dieser Zeit Menschen kennengelernt, die Mitte des Monats nicht wussten, wie sie finanziell mit ihrer Familie über die Runden kommen sollen. Unsere Gesellschaft muss gerechter werden, und daran möchte ich mitfeilen", sagt der studierte Betriebswirt, der heute beim Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste in Duisburg tätig ist.

Stephan Leifeld aus Schermbeck. FOTO: SPD

Preuß sagt über sich, dass er in einer großen Arbeiter- und SPD-Familie aufgewachsen sei. 1990 trat er schließlich selbst in die Partei ein, nachdem er an der Fachhochschule Niederrhein eine Juso-Hochschulgruppe gegründet hatte. Seit 2004 wurde er in den Rat der Stadt Kamp-Lintfort gewählt.

René Schneider, Vorsitzender der Kreis Weseler SPD, zeigte sich gestern zufrieden mit der Bewerberzahl im Wahlkreis Wesel I. "Wir hatten im Vorfeld alle aufgefordert, sich zu melden. Das Verfahren ist transparenter als andere Personalfindungen. Die Bewerber haben jetzt genügend Zeit, sich in den Ortsvereinen vorzustellen."

Quelle: RP
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