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Kamp-Lintfort
Schüler erobern die Stadthallen-Bühne

Kamp-Lintfort: Schüler erobern die Stadthallen-Bühne
Ganz in ihrem Element: Mädchen des Kurses "Darstellen und gestalten" zeigen eine Choreographie. FOTO: Jürgen Rasfeld
Kamp-Lintfort. Beim Sommerfestival haben Mädchen und Jungen der Unesco-Schule vor Publikum Musik, Tanz und Schauspiel präsentiert. 450 Zuschauer waren begeistert von dem Abend, der unterhielt und zum Nachdenken anregte. Von Peter Gottschlich

Kurz vor den Sommerferien lädt die Unesco-Schule zum Sommerfestival ein, wie kurz vor Weihnachten zum Winterfestival. Obwohl diese Abende offiziell unter keinem Thema stehen, gibt es immer einen Rahmen, der alles miteinander verbindet. Am Mittwochabend war es das kurze Theaterstück "Ralf ist weg", das vom Darstellen-Gestalten-Kurs der siebten Jahrgangsstufe auf der Bühne der Stadthalle vor und nach der Pause vorgestellt wurde.

Im Mittelpunkt des 15-minütigen Stückes steht Ralf, der von allen gemobbt wird, weil er angeblich "blöd" sowie "krank im Kopf" ist und "Designerklamotten" aus der Kleiderkammer trägt. Eines Tages kommt er morgens nicht zur Schule, während einige Mitschüler ironisch sagen: "Wie vermissen ihn, den Penner." Doch dann erfahren seine Mitschüler, warum Ralf morgens nicht in der Schule erschien. Auf dem Weg rettete er einem kleinen Mädchen das Leben, das von einem Mann sexuell angegangen worden war. Durch Ralfs Hilfe kann der Täter gefasst werden. Plötzlich ändern die Mitschüler die Sicht auf den Gemobbten. Wie die Reaktion der Zuschauer zeigte, kennen Schüler und Erwachsene das Mobbing, das eine Konstante im menschlichen Zusammenleben zu sein scheint, obwohl es immer wieder kritisch thematisiert wird.

Theater zu spielen, ist eine Sache, die die Gesamtschüler der Darstellen-Gestalten-Kurse in drei Unterrichtsstunden pro Woche lernen, beim Stück "Ralf ist weg" angeleitet von den Lehrern Detlef Lichtrauter und Michael Deininger. Eine andere Sache kann das Singen sein. So trug der Kurs der sechsten Jahrgangsstufe den Gute-Laune-Hit "Happy" von Pharell Williams vor, dirigiert von den Lehrerinnen Bettina Meding und Chris Tenbült.

Dabei sind die Unescoschüler nicht nur im Unterricht kreativ, sondern auch in den Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag. Zum Beispiel entführten die Schüler der Cajon-Arbeitsgemeinschaft von Detlef Lichtrauter in die Welt der Kastentrommeln, die sie mit der "Bodypercussion" der Kinder einer fünften Klasse zusammentreffen ließen. Die Jugendlichen der Unicef-Arbeitsgemeinschaft von Petra König zeigte das Stück "Lucamos Insel". Die Jump-Gruppe, in der vier Musikschüler der Gesamtschule und des Gymnasiums gemeinsam mit Falk Brinkmann spielen, trug "Come together" von den Beatles vor. Die Schüler der Akrobatik-Arbeitsgemeinschaft von Ursula Meyer bauten mit ihren Körpern Pyramiden nach. Und die Sänger des Musikgrundkurses von Helga Dylla und Barbara Sterzenbach präsentierten ein Medley mit Popklassikern.

450 Schüler, ehemalige Schüler, Lehrer, Geschwister, Mütter, Väter und Verwandte verfolgten die Auftritte, die die gute sowie die nicht so gute Welt widerspiegelten. Wie ihr Klatschen und ihre Freude zeigten, waren sie begeistert.

Quelle: RP
 
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