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Kamp-Lintfort
White Room: Rock aus dem Krankenhaus

Kamp-Lintfort: White Room: Rock aus dem Krankenhaus
Im Duisburger Klinikum hatte White Room aus Kamp-Lintfort im Dezember einen großen Auftritt. FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Ärzte, Sanitäter, Pfleger und Schwestern des St.-Bernhard-Hospitals haben vor etwa einem Jahr die Band "White Room" gegründet. Erste Bühnenauftritte vor großem Publikum sind schon absolviert. Geprobt wird am Krankenhaus. Von Anja Katzke

Der Probenraum ist nur ein paar Schritte vom Hospital entfernt: Gero Frings, Carlos Plachetta, Sonja Jensen, Bärbel Kannenberg, Sabrina Etzel, Daniel Günther und Daniel Kietze treffen sich immer mittwochs in einem ehemaligen Technikraum des Kamp-Lintforter Krankenhauses, um Musik zu machen: White Room, so nennt sich die Band, lässt es am liebsten bei Rock, Soul und Pop so richtig krachen. Die Band besteht aus Ärzten, Sanitätern, Pflegern und Schwestern des St.-Bernhard-Hospitals. 2014 haben sie die Band gegründet, benannt ist sie nach "einem legendären Song von Cream", erzählt Schlagzeuger Gero Frings, Chef der Anästhesie am St.-Bernhard-Hospital. "Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker haben da mitgespielt."

Frings und sein Kollege Carlos Plachetta (Anästhesie/E-Gitarre) spielten schon lange mit dem Gedanken, eine Band am Krankenhaus zu gründen. Beide machen schon seit Jugendzeiten Musik. Ihr Vorhaben sprach sich schnell am Hospital herum: Es stießen Sonja Jensen, Sabrina Etzel und Bärbel Kannenberg als Sängerinnen dazu. Rettungsassistent und Gitarrist Daniel Kietze kaufte sich einen Bass, weil die E-Gitarre schon besetzt war, und Daniel Günther wurde im November als Keyboarder in die Band geholt. "Drei Wochen später hatte ich mit White Room meinen ersten Auftritt", erzählt Günther schmunzelnd. Im Musikbereich waren alle schon vor der Bandgründung unterwegs. Sonja Jensen, Altenpflegerin in St. Hedwig, singt zum Beispiel im Gospelchor "Lightning Souls", Physiotherapeutin Sabrina Etzel war zu Schulzeiten beim Moerser Musicalprojekt "Soon" erfolgreich dabei.

White Room hat inzwischen einige Konzerte gespielt. An die Alpener Rocknacht erinnern sich die Band-Mitglieder besonders gern. "Wir sind dort vor 300 Leuten aufgetreten. Die Resonanz war super. Das war für uns ein großes Event", erzählen Frings und seine Bandkollegen stolz. Eingeladen wurde White Room von der Rockband "Nach Sieben" aus Alpen, dahinter verbergen sich Feuerwehrmänner. "Wir kennen uns über unsere Netzwerke."

Bei Josef Lübbers, kaufmännischer Direktor des St.-Bernhard-Hospitals, stieß das Band-Projekt auf offene Ohren: "Er hat uns sofort den Technikraum zur Verfügung gestellt und Handwerker aktiviert", erzählen die Bandmitglieder. Ein wenig erinnert der Probenraum an die Jugendkeller von früher. An den Wänden hängen rote Stoffbahnen. Die Eingangstüre haben die Sieben mit Schallschutz ausgestattet. Instrumente, Boxen und Verstärker haben alle selbst mitgebracht. Dass es alle immer regelmäßig zur Probe schaffen, sei aber bedingt durch die Arbeit am Krankenhaus oft schwierig. "Wir haben ja Schichtdienst", erzählt Bärbel Kannenberg. Und wenn der Pieper geht, muss die Musik auch zurückstecken.

Dafür ist die Setliste der Band schon ziemlich lang. "Jeder durfte seine Musikwünsche einbringen", erzähl Sabrina Etzel. "Der Spaß steht aber immer im Vordergrund", betont Gero Frings und gibt am Schlagzeug den Takt für ersten Song des Abends vor: Sonja Jensen singt "One". Auftritte sind für 2016 schon geplant: White Room spielt beim Sommerfest im Averdunkshof, mit "Nach Sieben" will man ein "Rock-Christmas" realisieren. Fest im Terminkalender: das 50-jährige Krankenhaus-Bestehen 2017.

Quelle: RP
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