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Stadt Kempen
Antonius-Schützen ohne König

Stadt Kempen. Heutzutage einen Schützenkönig zu finden, ist nicht mehr so ganz einfach. Die St. Antonius Schützenbruderschaft Gref-rath, die 388 Jahre alt ist, hatte bisher immer noch einen König gefunden. Bis zum vergangenen Samstag. Da traf auch sie, was auch schon andere Bruderschaften erlebt hatten: Die Bruderschaft fand beim Königsvogelschießen auf dem Gelände des Pfarr- und Jugendheims St. Laurentius an der Lobbericher Straße keinen Nachfolger für den amtierenden Schützenkönig Peter Müller.

"Wir hatten zwar drei Bewerber für die Königswürde, doch es mangelte an Ministern", so ein enttäuschter Brudermeister Guido Ellerwald am frühen Abend. Um 14 Uhr hatte das Schießen begonnen. Doch als immer klarer wurde, dass man kein neues Königshaus zusammenbekommen würde, brach Guido Ellerwald gegen 18 Uhr das Schießen ab. Er wollte den zahlreichen Besuchern bei 28 Grad und Sonne satt an diesem 7. Mai 2016 "nichts vorspielen, was nicht mehr umsetzbar" geworden war.

Man einigte sich aber rasch auf einen neuen Termin. Der neue Königsvogelschuss soll am 16. Mai 2017 stattfinden - für das Schützenfest im Jahr 2018, wenn die Bruderschaft 390 Jahre alt wird.

Zuletzt hatten die Schlibecker Matthiasschützen keinen König gefunden, ebenso die Junggesellen in Voesch (sie zogen ohne König auf) und die Schützen im früheren Oedt-Hagen (heute Stadt Viersen). Der Vogelschuss in Schmalbroch-Wall vor einigen Jahren dauerte bis in die Abendstunden. Jetzt wird der Vorstand der Bruderschaft bei den Veranstaltungen die Bruderschaft vertreten. Das Königssilber wird bis zum neuen Vogelschuss im neuen Jahr in einem Tresor eingeschlossen.

Angedacht war im Vorfeld des Vogelschusses auch, dass am 19. Mai das neue Offizierscorps zusammengestellt wird. Das hat sich, zumindest für die Dauer eines Jahres, jetzt auch erledigt. Die Antoniusschützen ohne König, eine neue Erfahrung im 21. Jahrhundert für die Bruderschaft, die im Grefrather Vereinsleben etabliert ist. Am frühen Abend eilte auch Präses Pfarrer Johannes Quadflieg noch einmal zum Pfarrheim-Gelände um sich vor Ort zu informieren.

(mab)
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