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Kreis Viersen
Fachtagung: Soziales Miteinander soll man spielerisch lernen

Kreis Viersen. Die Schulen im Kreis Viersen müssen immer häufiger Schüler mit mangelnden sozial-emotionalen Fähigkeiten unterrichten. Wenn Schüler sich prügeln, weil sie sich unverstanden fühlen oder alleine in der Ecke stehen, weil es zu Hause ein Problem gibt, dann ist das oftmals ein Fall für den Schulpsychologischen Dienst des Kreises Viersen. Dort versuchen Psychologen, den Kindern, Eltern und Lehrern zu helfen.

Damit Probleme aber gar nicht erst entstehen, bietet der Kreis seit 2013 spezielle Trainings an, um das Kommunikations- und Sozialverhalten der Schüler zu verbessern. Im Rahmen dieses Projektes gibt es Beratungen, Fortbildungen und Trainings für Lehrer. "Die Vermittlung solcher Kompetenzen wird im Schulalltag immer wichtiger - gerade in der immer komplexeren Arbeitswelt", betonte Landrat Dr. Andreas Coenen. Kreisdirektor und Bildungsdezernent Ingo Schabrich nannte die Inklusion als neue Herausforderung: "Wer Schüler nachhaltig fördern will, der muss Voraussetzungen für eine vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit schaffen."

Als Referent kam jetzt Prof. Dr. Franz Petermann zu einer Fachtagung. Er hat als Professor für Klinische Psychologie an der Uni Bremen Sozialtrainings entwickelt, die die Grundlage für die Viersener Methoden-Box bilden. Wirksamkeit und Nachhaltigkeit des Sozialtrainings sind wissenschaftlich belegt. Petermann hat dem Viersener Fachpublikum sein Sozialtraining ausführlich erläutert.

Die Teilnehmer des Workshops bekamen im zweiten Teil der Tagung viele Tipps zur praktischen Arbeit mit der "Methoden-Box" des Schulpsychologischen Dienstes, hinter der sich zwölf verschiedene Trainings verbergen. Sie wird von den Schulen immer häufiger nachgefragt. "Mit der Methoden-Box haben wir den wichtigsten aktuellen Bedarf der Lehrerinnen und Lehrer getroffen", zieht Diplompädagogin Sylwia Wejchenig-Glinka vom Amt für Schulen, Jugend und Familie des Kreises Viersen Bilanz, "das wollen wir weiter ausbauen."

In den Trainings für die Grundschulen sind die Kinder beispielsweise als Schatzsucher oder Detektive unterwegs. Bei ihren Reisen müssen sie viele Probleme lösen. Ganz nebenbei lernen sie so, ihre Wut zu kontrollieren und mit anderen zusammenzuarbeiten.

In den weiterführenden Schulen müssen die Schülerinnen und Schüler Mutproben bestehen. Dabei lernen sie, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten und gleichzeitig die Standpunkte ihrer Mitschüler zu akzeptieren.

Quelle: RP
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