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Stadt Kempen
Markthalle in Größe XXL
Stadt Kempen: Markthalle in Größe XXL
Riesenhalle: Der Größenvergleich mit Menschen zeigt, welche Dimensionen die AZ-Halle hat . Und dies ist nicht mal die Hälfte. Hinter der Trennwand geht's weiter. FOTO: RPO
Stadt Kempen. Auf dieser Baustelle in Kempen ist alles eine Nummer größer. Das Gelände in Schauteshütte ist so weitläufig wie 18 Fußballfelder, die Halle wie drei. An 90 Toren docken Lkw an. Im September öffnet die Absatzzentrale Niederrhein. Von Gert Udtke

Ein imposantes Bauwerk ist an der St. Huberter Straße in Kempen entstanden. Auf dem 135  000 Quadratmeter großen Areal baut die Absatzzentrale Niederrhein (AZ) ihren neuen Umschlagplatz. Ab September wird das Logistik-Unternehmen von hier aus europaweit Obst und Gemüse vertreiben und täglich bis zu 220 000 Kisten Frischwaren umschlagen. Sie gehen zu 90 Prozent an Ziele in Deutschland, darunter zum langjährigen Hauptkunden "Lidl"; außerdem nach Tschechien, Österreich und in die Benelux-Länder.

Auf dem Firmengelände gleich gegenüber den Stadtwerken ist alles riesig. Die gut isolierte Halle, 24 000 Quadratmeter groß, ist klimatisiert, erklärt AZ-Geschäftsführer Oliver Bremicker beim Rundgang. Die Halle ist in große Bereiche unterteilt, darunter drei, 6000 Quadratmeter umfassende Kühlkomplexe für wärmeempfindliche Gemüse wie Salate. Links und rechts in den Längswänden, auf der Ent- und auf der Beladeseite, befinden sich je 45 Tore. Hier docken die Sattelschlepper ab 2 Uhr nachts bis mittags an, bringen Obst und Gemüse aus ganz Deutschland, im Sommer außerdem große Mengen aus Spanien, Italien, Frankreich. Auf 110 Rollbahnen, jeweils 40 Meter lang, gleiten die Kisten mit den Waren auf einer schiefen Ebene zur Beladeseite. Auf diese Weise können – ohne Motor-, nur mit Schwerkraft – bis zu 3800 Paletten in der Stunde verteilt werden. "Die Anlage spart viele Wege", erläutert Bremicker.

Ein Hallenteil ist den Landwirten vorbehalten, die ihre Waren vom Feld per Traktor mit Anhängern anliefern. Die Absatzzentrale zählt 50 Erzeuger aus dem Kreis Viersen, aus Krefeld und Mönchengladbach. Die AZ ist als GmbH organisiert, deren Eigentümer eine Genossenschaft mit 60 Mitgliedern ist. Zu ihnen gehören die Erzeuger.

Die ausgedehnte asphaltierte und gepflasterte Freifläche rings um die Halle ist sinnvoll gegliedert. Am späten Abend fahren zukünftig die Lastwagen von der A 40 über den Kempener Außenring auf die St. Huberter Straße, dort vor dem neuen Kreisverkehr auf eine Extraspur, die sie zu einem weitläufigen Parkraum mit 130 Stellplätzen am Rand des AZ-Geländes führt. Eine Lärmschutzwand sorgt hier dafür, dass die Nachbarn im Gewerbegebiet nicht gestört werden.

Für die Fahrer gibt es in diesem Wartebereich Toiletten und Duschen, einen Kiosk und einen Grillplatz: "Je heimischer sich die Fahrer hier fühlen", sagt Bremicker, "desto pünktlicher liefern sie ihre Waren an. Es wäre für den reibungslosen Ablauf schlimm, wenn sie irgendwo auf der Autobahn festsitzen." Auf dem Areal entstehen zur Zeit eine Betriebstankstelle für die 117 AZ-eigenen Lastwagen, die pro Woche 120 000 Liter Diesel verfahren. Zudem wird eine große Wasch- und eine Reparaturanlage errichtet.

Ein weiteres Gebäude gleich an der St. Huberter Straße nimmt das chemische Untersuchungslabor auf, auf dessen Einzigartigkeit Bremicker besonders stolz ist. Drei neu eingestellte Lebensmittelchemiker ziehen bereits auf den Feldern Pflanzenproben und prüfen vor der Ernte, dass sie unbelastet sind.

Der Umzug vom bisherigen Standort an der Kleinewefersstraße in Krefeld nach Kempen ist für den 11. September geplant: "Wir schließen am Freitagmittag in Krefeld und öffnen am Samstagmorgen in Kempen", kündigt Bremicker an. Nach dem reibungslosen Ablauf des Großprojekts seit April 2007 dürfte auch hier die Logistik einwandfrei klappen.

Quelle: RP
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