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Kreis Viersen
Mit Kindern sicher über die Straße

Kreis Viersen: Mit Kindern sicher über die Straße
Verkehrssicherheitsberater André Schmitz hatte auch Grundschüler zum Seminar gebeten. Mit ihnen konnten die angehenden Kinderpfleger des Berufskollegs gemeinsam üben, sicher eine Straße zu überqueren. FOTO: Jörg Knappe
Kreis Viersen. Polizei und Verkehrswacht setzen früh in der Verkehrserziehung an. Sie schulten jetzt angehende Kinderpfleger, die ihr Wissen an die jüngsten Verkehrsteilnehmer weitergeben sollen. Auch praktische Übungen gehörten dazu. Von Bianca Treffer

Elternarbeit, Ampelspiel, Verkehrsschilder basteln, Warnwesten, Vorbild sein: So unterschiedlich die Stichwörter auf den weißen Tafeln sind, sie stehen alle für ein Thema, und das betrifft die Sicherheit im Straßenverkehr. Mobilitäts- und Verkehrserziehung für angehende Kinderpfleger stand in der Präventionsberatungsstelle der Polizei im Mittelpunkt. Was schon seit mehr als zehn Jahren für fertig ausgebildete Erzieher angeboten wird, gehört im vierten Jahr auch zum Angebot für die Schüler des Berufskollegs Viersen, die die zweijährige Ausbildung zum Kinderpfleger mit der Option der weiteren Ausbildung zum Erzieher besuchen.

Gemeinsam mit der Kreis- und Stadtverkehrswacht schult die Polizei, es geht um die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmer. "Die Azubis sind genau wie die Erzieher unsere Multiplikatoren in den Einrichtungen und daher mehr als nur wichtig", sagt Verkehrssicherheitsberater André Schmitz. Man freue sich über die gelungene Kooperation, ergänzt sein Kollege André Berndt. Angesetzt wird ein Schulungstag pro Klasse des Berufskollegs, wobei es die beiden Unterstufen sind, die geschult werden. Theorie wechselt mit Praxis ab.

Wie wichtig das Puppenspiel in der Prävention ist, lernen die Berufsschüler unter anderem kennen. "Die Puppe ist das Medium, um Botschaften zu transportieren", erläutert Schmitz. Um Kindern richtiges Verhalten im Straßenverkehr beibringen zu können, ist es unabdingbar zu wissen, wozu Kinder in welchem Alter in der Lage sind. So können jüngere Kinder die Geschwindigkeit und Entfernung eines sich nähernden Fahrzeuges überhaupt nicht einschätzen. Ihnen fehlt das Zeitgefühl dafür. Dieses stellt sich innerhalb der normalen Entwicklung ab circa acht Jahren ein. Ein wichtiger Aspekt, den Eltern beim Schulweg berücksichtigen sollten. Hilfen wie Ampeln und Zebrastreifen sollten daher beim Überqueren von Straßen immer in Anspruch genommen werden.

Das eingeschränkte Sichtfeld von Kindern ist ein weiterer Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt. "Die normalen Standards in der Verkehrserziehung sind einem schon bekannt, aber hier erfahren wir eine Vertiefung. Ich habe etliche neue Aspekte kennengelernt, die ich in Sachen Verkehrserziehung beim nächsten praktischen Einsatz in einer Kita gut nutzen kann", bemerkt die 18-jährige Julia. Das sieht auch die ein Jahr jüngere Frauke so. "Vieles macht man sich gar nicht klar, wenn man mit Kindern übt. Ein Beispiel ist das Sichtfeld. Hier werden wir sensibilisiert und können das entsprechend umsetzen und auch Eltern vermitteln", sagt die angehende Kinderpflegerin, die noch die Ausbildung zur Erzieherin machen möchte.

Praxisnah und abwechslungsreich gestaltet sich das Seminar. Inge Fregien von der Kita St. Peter Bockert bringt Beispiele zur Mobilitäts- und Verkehrserziehung aus dem Kita-Alltag ein und zeigt, wie unkompliziert und spielerisch Üben integriert werden kann. Praktisch wird es mit den Kindern der benachbarten Grundschule. Gemeinsam wird das Queren einer Fahrbahn geübt. Die Einbindung der Eltern steht genauso auf dem Programm wie Spiele zur Vorbereitung auf die Verkehrsteilnahme.

Erschreckend wirken die Zahlen der Polizei. 151 Kinder hatten 2016 im Kreis Viersen einen Verkehrsunfall. Wobei den Kursteilnehmern bei dieser Zahl die Bedeutung der bunten Papierfiguren deutlich wird, die, an Schnüren gespannt, im Seminarraum hängen. Es sind genau 151 Stück, für jedes Kind steht eine.

Quelle: RP
 
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