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Stadt Kempen
Schattenspiele mit Scherenschnitt

Stadt Kempen: Schattenspiele mit Scherenschnitt
Schülerinnen und Schüler des siebten Schuljahres hatten in den Kursen "Darstellen und Gestalten" eine tolle Aufführung vorbereitet. FOTO: Norbert Prümen
Stadt Kempen. Kempener Gesamtschüler präsentierten mit "Bretterboden 1.0" ein ungewöhnliche Kunst- und Theaterprojekt. Die Siebtklässler hatten sich in der Vorbereitung mit der Kunst des Scherenschnitts und Schattentheaters beschäftigt. Von Silvia Ruf-Stanley

Es war schon erstaunlich, welche Leistung die Schüler des siebten Schuljahres der Gesamtschule Kempen am Donnerstagabend zeigten. "Bretterboden 1.0" hatten die Teilnehmer der Kurse "Darstellen und Gestalten" ihr gut eineinhalbstündiges Programm genannt.

Die Schüler hatten sich unter Leitung von Johanna Weber und Beatrix Rechner mit der alten Kunst des Scherenschnitts und des Schattentheaters beschäftigt. Entstanden waren daraus Scherenschnitte, mit denen sie kleine Szenen spielten. Beim Figurentheater wurden die Schüler selbst zu Schattenfiguren hinter der großen Leinwand.

Zur Vorbereitung hatten sich die Schüler über Lotte Reiniger informiert. Sie war eine der ganz großen Künstlerinnen im Bereich Scherenschnitt, Silhouetten- und Animationsfilm sowie Buchillustration. Im Filmmuseum in Düsseldorf schauten sich die Schüler ihre Werke an. Um auch ihr Publikum in das Thema einzuführen, hatten sie einen Text zu Biografie und Werk Lotte Reinigers verfasst.

Einer der beiden Kurse der Kempener Gesamtschule hatte ganz filigrane Scherenschnitte hergestellt, die sie auf der kleinen von hinten beleuchteten Bühne bewegten. Es hatte ein bisschen etwas von Guckkastentheater. Ganz romantische Bilder entstanden so. Dazwischen gezeigte Fotos aus dem Unterricht demonstrierten, wie viel Arbeit dahinter steckte. Denn es mussten ja nicht nur die Figuren und Kulissen geschnitten werden, sondern auch das Zusammenspiel der Figuren geübt werden.

Der zweite Kursus spielte dagegen mit dem Körper als Schattenfigur. Hier half eine große Leinwand, die Szenen ins richtige Licht zu setzen. Dabei bewiesen die Schüler nicht nur viele schöne Einfälle in ihren kleinen Szenen, sondern zeigen auch eine beeindruckende Körpersprache. Da wurde zur Melodie von "Pink Panther" eine Mordszene gekonnt nach gespielt. Oder es stehen drei Menschen vor einem Gitter und suchen nach einem Ausweg. Dann öffnet sich das Gitter plötzlich wie von Zauberhand. Ohne Worte verstanden es die Schüler, die Geschichten zu erzählen. Dafür hatten sie eine beeindruckende Choreographie entwickelt. Das gelang ihnen ebenfalls bei der Darstellung des Hits "800 Millionen Menschen" von Max Giesinger.

Man merkte, wie sehr die Besucher der Aufführung von den Szenen - sowohl im Scherenschnitt als auch beim Figurentheater - in Bann gezogen waren. Die beiden Lehrerinnen erzählten auch, dass viele der Schüler während der Arbeit an dem Projekt erstaunliche Fähigkeiten entwickelt hätten. Und manche daraus auch neues Selbstbewusstsein gewonnen hätten. Möglich war diese gelungene Aufführung auch dank der Spende vom Förderverein, der die große Leinwand angeschafft hatte. Gesamtschulleiter Uwe Hötter zeigte sich sehr zufrieden mit dieser Premiere. Einer Wiederholung im nächsten Jahr steht also nichts mehr im Wege. Zunächst gibt es aber am Donnerstag, 6. Juli, und Freitag, 7. Juli, noch eine Musicalaufführung der Gesamtschule. "Keine Zeit für schlechte Musik" heißt es dann. Beginn in der Aula ist jeweils um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, doch die Schüler bitten um eine Spende für ihre künstlerische Arbeit.

Quelle: RP
 
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