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Eishockey
Wie Phoenix aus der Asche

Eishockey: Wie Phoenix aus der Asche
FOTO: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP
Mit der neu gegründeten Grefrather Eissport Gemeinschaft hat der Eishockeysport an der Niers wieder eine Zukunft. Mit Trainer Karel Lang soll der Weg bis in die Oberliga führen. Zehn Teams für die neue Saison gemeldet. Von H.-G. Schoofs

Der Phoenix ist der Sage nach ein bemerkenswerter Vogel. Zum einen verfügt er über ungeheure Kräfte, und seine Tränen besitzenden heilende Wirkung. Und noch etwas zeichnet ihn aus: Wenn er stirbt, dann geht er in Flammen auf, verbrennt zu Asche. Und dann erhebt er sich aus der Asche wieder, wird in ihr sogleich wieder geboren.

Auch wenn die Neugründung des Vereins Grefrather Eissport Gemeinschaft (GEG) von langer Hand vorbereitet wurde, so passt der Name Grefrath Phoenix prima zu den neuen Eishockey-Teams aus der Niersgemeinde. Denn die handelnden Personen um den 1. Vorsitzenden Dr. Stephan Wunderlich und deren Konzept lassen hoffen, dass es mit dem Grefrather Eishockey künftig wieder aufwärts geht. Das wurde am Donnerstagabend bei der Info-Veranstaltung des Vereins deutlich.

Logische Folge

In den vergangenen Jahren litt der Eishockeysport in Grefrath unter einer eklatanten Führungsschwäche beim GEC, für die in erster Linie der Alleinherrscher Wolfgang Thyssen als 1. Vorsitzender verantwortlich ist. Die vielen Versuche, Thyssen zu entmachten, scheiterten. Im Juli 2009 fand das Chaos beim GEC in einer nach sechs Stunden abgebrochenen Jahreshauptversammlung seinen Höhepunkt.

Damit war für Dr. Wunderlich das Fass endgültig übergelaufen. "Ich habe bis zu dieser Versammlung versucht, Wolfgang Thyssen zu unterstützen. Leider wollte er unsere Hilfe nicht", erklärte Wunderlich gegenüber unserer Zeitung. Die Gründung eines neuen Vereins war für den Zahnmediziner die einzige Möglichkeit, das Grefrather Eishockey wieder nach vorne zu bringen.

Am 6. November wurde die Grefrather Eissport Gemeinschaft gegründet und einen Monat später ins Vereinsregister eingetragen. Derweil arbeiteten Wunderlich und seine beiden Vorstandskollegen Andreas Meertz (Geschäftsführer) und Thomas Frühe (2. Vorsitzender) mit Hochdruck daran, den Startschuss der GEG vorzubereiten. Der erfolgte am Donnerstag unter großem Beifall der fast komplett anwesenden 97 Mitglieder und vielen Gästen. "Das Ziel ist erreicht, wir haben Eis", verkündete Frühe.

Er und seine beiden Mitstreiter im Vorstand präsentierten ein solides und vielversprechendes Konzept, das mittlerweile auch dem Landesverband vorliegt. Die GEG wird ab der kommenden Saison im Nachwuchsbereich in allen Altersklassen am Spielbetrieb teilnehmen. Aushängeschild ist die Erste Mannschaft mit Trainer Karel Lang.

Mit dem ehemaligen "Hexer" im Tor des KEV erhält die Aufbruchstimmung an der Niers einen gewaltigen Schub. Das Amt des Co-Trainers übernimmt Arno Brux, der am Mittwoch seinen Job als Traimer des GEC-Verbandsliga-Teams gekündigt hat. In seinem Schlepptau bringt er laut Wunderlich fast alle Spieler der Ersten Mannschaft und des Juniorenteams des GEC mit in den neuen Verein.

Karel Lang hatte vor drei Wochen keine Sekunde lang gezögert, die Offerte der GEG anzunehmen: "Das Konzept ist vernünftig. Wir wollen innerhalb der nächsten fünf Jahre bis in die Oberliga kommen. Eine höhere Klasse macht für Grefrath keinen Sinn." Um die Kosten für den Weg in die Oberliga macht sich der 1. Vorsitzende Dr. Wunderlich keine Sorgen: "Die Resonanz bei möglichen Sponsoren ist sehr gut."

Am Rande: Bei der Jahreshauptversammlung Ende April wird der Vorstand erweitert und der Wirtschaftsbeirat gewählt.

Quelle: RP
 
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