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Serie Unsere Stadtwerke (2)
Wie das Gas nach Kempen kommt

Serie Unsere Stadtwerke (2): Wie das Gas nach Kempen kommt
Hubertus Kinkel kontrolliert die Gasversorgung an der Übergabestation St. Huberter Straße. FOTO: Kaiser
Kempen. Die Stadtwerke Kempen beliefern ihre Kunden auch mit Erdgas. Dieser Teil der Serie für Grundschüler gibt einen Einblick in die Erdgasgewinnung und die Verteilung im Stadtgebiet. Von Stephanie Wickerath

KEMPEN Schon vor 150 Jahren gab es in Kempen eine Gasanstalt. Mit dem Gas wurden damals die Straßenlaternen zum Leuchten gebracht. Schon kurze Zeit später wurden auch die ersten Häuser an die Gasversorgung angeschlossen. Durch das Verbrennen des Gases konnten die Menschen heizen, Wasser erhitzen und kochen. Das war damals etwas ganz besonders, denn es gab keinen Strom in den Häusern. Heute haben alle Häuser einen Stromanschluss.

Einige haben aber auch zusätzlich einen Gasanschluss. Denn auch heute noch wird auf Gasflammen gekocht, werden Heizungen mit Gas betrieben. Wer einen Gasanschluss hat, hat auch einen Zähler, der anzeigt, wieviel Gas im Haus verbraucht wird. Der Wert wird einmal im Jahr von den Mitarbeitern der Stadtwerke Kempen abgelesen und notiert, denn die Stadtwerke verkaufen Gas an ihre Kunden. Damit das Gas in die Häuser kommt, haben die Stadtwerke Leitungen gelegt, die, ähnlich wie die Wasser- und Stromleitungen, das Gas zu den Hausanschlüssen bringen.

Heinrich Funken und Hubertus Kinkel sind zwei der acht Mitarbeiter bei den Stadtwerken, die für die Gasversorgung zuständig sind. Sie kümmern sich Tag und Nacht um Leitungen, Rohre und Stationen, damit es keine Störungen oder Schäden gibt. Auch die Übernahmestationen müssen die Männer prüfen. Im Stadtgebiet gibt es vier Übernahmestationen, die das Gas aus den großen Gasleitungen übernehmen und im Stadtgebiet verteilen.

Die Stationen stehen an der St. Huberter Straße, in Hinterorbroich, am Stadtgarten und am Bahnhof. Sie messen, wie viel Gas die Stadtwerke Kempen von ihrem Lieferanten beziehen. Das Gas kommt, ebenso wie das Grundwasser, aus der Erde. Allerdings wird es nicht in Kempen aus der Erde herausgeholt. Vielmehr gibt es in der deutschen und der niederländischen Nordsee riesige Bohrinseln, deren Bohrer tief in den Meeresgrund eindringen und von dort das Erdgas heraufholen.

Das meiste Erdgas, das in Deutschland verbraucht wird, wird aber auf großen Bohrfeldern in Russland gefördert und über lange, meist unterirdische Rohre nach Deutschland gebracht. Diese Rohre heißen Pipelines. Das Gas, das nicht sofort verbraucht wird, wird in Tanks und in Lagern, die unter der Erde liegen, aufbewahrt. Oft sind diese Lager in den Hohlräumen ehemaliger Salzbergwerke. Gas ist übrigens ein sehr altes Verbrennungsmaterial.

Es entsteht unter der Erde, deshalb heißt es Erdgas, im Laufe von 300 Millionen Jahren. Abgestorbene Bäume und Pflanzen verfaulen unter der Erde und werden zu Kohle, Erdöl und Erdgas. Damit gehört Gas zu den so genannten fossilen Brennstoffen. Das sind Brennstoffe, die aus der Natur entstanden sind. Und weil das Gas weniger verunreinigt ist, belastet das Verbrennen die Umwelt weniger als etwa das Verbrennen von Erdöl.

Im Vergleich zu Benzin und Diesel ist Erdgas als Kraftstoff für das Auto übrigens weniger umweltschädlich.

Quelle: RP
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