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Kevelaer
Gradierwerk-Bau soll im Februar starten

Kevelaer: Gradierwerk-Bau soll im Februar starten
Tobias Kocken und Alina Pechhold schauen sich beim Restaurant Cumsalis schon einmal ganz genau an, wie ein Gradierwerk funktioniert. Im Großformat soll das demnächst auf der Hüls entstehen und für salzhaltige Luft sorgen. FOTO: Evers
Kevelaer. Wie das mit der salzigen Luft sein wird, das kann im Kleinformat schon jetzt beim Restaurant Cumsalis getestet werden. Auf der Hüls wird sich im Frühjahr was tun. Vorher gibt es noch eine Informations-Veranstaltung für die Bürger. Von Bianca Mokwa

Leise rieselt das Salzwasser an den Schwarzdornzweigen entlang. Was beim Kevelaerer Restaurant Cumsalis in Miniatur, also als nützliches Dekorationselement zu sehen ist, soll auf der Hüls bekanntlich in groß entstehen. "Sie sind der Stadt Kevelaer schon zuvor gekommen", zitiert der Gastronom Sascha Calcagno einige seiner Gäste. Die genießen das wunderbare Raumklima, für das die Mini-Gradierwerke sorgen. Über die Zweige fließt Salzwasser, das Salz gelangt auch in die Raumluft und sorgt für "Meeresklima". Draußen stehen drei der kleinen Gradierwerke, drinen eins. Anfertigen ließ Calagno die Gradierwerke in Kroatien. Das Salzwasser, das über die Zweige fließt, stellt er übrigens selbst her. "Ich füge normalem Kevelaerer Leitungswasser Fleur de Sel zu", sagt der Gastronom. Auf 40 bis 50 Liter sind das 600 bis 700 Gramm.

Die Mühe muss sich für das große Gradierwerk, das auf der Hüls kommen soll, niemand machen. Die salzhaltige Quelle ist vorhanden. Sie sprudelt in 550 Metern Tiefe und wurde 1995 entdeckt. Bis sich daraus eine Idee entwickelte, wie die solehaltige Thermalquelle zu nutzen sei, dauerte es etwas. 2013 kam dann der erste Vorstoß vom damaligen Bürgermeister Axel Stibi und Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Josef Thönnissen: Kevelaer soll ein Gradierwerk bekommen. Im Februar 2018 soll es nun soweit sein und der erste Spatenstich getan werden. "Wenn das Wetter mitspielt", sagt Kevelaers Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns. Er stellt eins klar: "Wir sind nicht Bad Salzuflen." Es gehe also nicht um die Diagnostik, um den medizinischen Nutzen. Der Schwerpunkt Kevelaers ist und bleibt ihr Wert als Marienstadt. "Ich glaube, durch den Park und die touristische Kernaussage ,Gesund an Leib und Seele' kriegen wir die Brücke geschlagen, was Kevelaer ausmacht", sagt Bruns. Denn die Thermalquelle soll nicht einfach fröhlich vor sich hersprudeln, sondern wird in einen Park eingebettet. "Es soll ein Ort sein, an dem man Ruhe findet", beschreibt es Bruns und zeigt Skizzen von einem geplanten Bibelgarten, mit Elementen, die an biblische Geschichten erinnern, zum Beispiel das Paradiestor. "Der spirituelle Tourismus ist das Förderziel", sagt Sandra Kimm-Hamacher. Sie ist seit sechs Monaten als Projektmanagerin bei der Stadt Kevelaer. Ihr Aufgabengebiet sind der Sole- und Pilgerpark und die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzepts. 1,84 Millionen Euro gibt es vom Land für das Projekt, das laut Stadt 2,2 Millionen Euro kosten wird. "Wir müssen weg von der isolierten Gradierwerk-Betrachtung. Das touristische Potenzial liegt im Park", sagt Bruns. Und nur dem Gesamtkonzept mit Park sei es zu verdanken, dass sich ein Investor fand, der einen Hotelkomplex mit angegliedertem Medizinischem Versorgungszentrum (MVZ) bauen will. Bernd "Mom" Zevens bekam den Zuschlag für das Hüls-Projekt. Auch er wolle im Frühjahr mit den Bauarbeiten starten, sagt der Kevelaerer Wirtschaftsförderer Bruns.

Ende 2019 wolle man mit allem fertig sein, wirft Bruns einen Blick in die Zukunft. 2016 kam der Bescheid über die Fördermittel. Binnen drei Jahren muss das Projekt umgesetzt werden. Für die Kevelaerer Bürger wird es vor Weihnachten noch eine Informationsveranstaltung von Seiten der Stadt geben, verspricht Projektmanagerin Sandra Kimm-Hamacher. Die Kevelaerer sind auch aufgerufen, bei einem Wettbewerb zur Namensfindung mitzumachen. "Sole- und Pilgerpark war bisher nur ein Arbeitstitel", sagt die Projektmanagerin. Die Kevelaerer können dem Park ihre eigene Note geben, mittels Namen.

Beim Restaurant Cumsalis am Kevelarerer Museum rieselt derweil das Salzwasser, wie es sich für ein Gradierwerk gehört, übers Holz. Die Zweige stammen übrigens vom Schwarzdorn, weil dem Holz besonders lange Haltbarkeit nachgesagt wird. Schwarzdornzweige kommen übrigens auch beim großen Gradierwerk auf der Hüls zum Einsatz.

Quelle: RP
 
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