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Weeze
Thalia-Theater lässt in Weeze die Sau raus

Weeze: Thalia-Theater lässt in Weeze die Sau raus
Den Akteuren merkte man den Spaß auf der Bühne an. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Weeze. Die Laienspielgruppe begeistert die Zuschauer im vollbesetzten Bürgerhaus. Von Antje Thimm

Mit einer "tierisch" turbulenten Verwechslungskomödie unterhielt das Weezer Thalia-Theater die Zuschauer im vollbesetzten Bürgerhaus. "Lass die Sau raus" hieß der Dreiakter von Andreas Wening, den die Weezer Laienspielgruppe unter der Regie von Grit Guse und Rita Schmidt-Herzog in Szene setzte. Die drei Nachbarinnen Karin, Selma und Lotte beschließen einen Boykott gegen Fleisch und Wurst.

Uschi Slooten als Karin setzt nach dem Motto "Mein Kühlschrank ist kein Ponyhof" resolut den Plan in die Praxis um und serviert ihren Männern, Ehemann Norbert (Willi Büren) und Sohn Mirco (Christian Slooten), einen Gemüseauflauf, der den beiden entschieden zu bunt vorkommt. Überzeugend spielt sie die erfahrene Hausfrau und Ehefrau, die das Leben kennt und "durchzieht", was sie denkt. Das Geheimnis einer guten Ehe ist für sie, "sich gegenseitig zu verzeihen, dass man sich geheiratet hat". Im Zank um die vegetarische Ernährung finden sie den Kompromiss, eine eigene Sau im Stall zu halten, deren Fleisch dann unbelastet und skandalfrei wäre. Die Sau Anita aber braucht, wie sich herausstellt, viel Liebe und Zuwendung, denn sie ist ein Opfer von "Stallmobbing". Willi Büren als Norbert aber wird zum perfekten "Schweineflüsterer", kümmert sich allzu sehr, und Schlachten ist keine Option mehr. Die unwissenden Nachbarinnen verstehen das ganz falsch und vermuten, Norbert habe eine Geliebte.

Astrid Martens als intrigante Selma bringt mit viel Witz und niederrheinischem Flair die Ereignisse ins Rollen. Als Haushund Josef einen Nachbarhasen reißt und Karin und Norbert dies vertuschen wollen, indem sie einfach einen neuen Hasen in den Stall setzen, nehmen die Verwechslungen ihren Lauf. Theo Verheyen als Nachbar Georg zeigt mit bleichem Gesicht sichtlichen Schrecken, als er erklärt, er habe nun einen "Zombie-Hasen". Der Schauspieler konnte seinen Spaß an der Szene kaum verbergen, umso mehr war auch das Publikum begeistert und spendete immer wieder Zwischenapplaus. Das Ensemble lief zur Hochform auf. Als Psychologin, die helfen soll, gab Lena Pruys ihr Debüt auf der Thalia-Bühne. Ihr Vorname ist ausgerechnet Anita, es gibt immer mehr lustige Verwicklungen, Wortspiele und Andeutungen. Meike Scuderi verkörperte mitreißend die naive Lotte, die mit Hingabe an ihren Fingern abzählt, dass sie Karins "achtbeste" Freundin sei. Starke Auftritte auch von Günter Schmidt-Herzog als geplagter Schwiegervater und Udo Guse, der als cooler Metzger Wetzstein mit Mafia-Brille und Tattoo zum ersten Mal bei Thalia auf der Bühne stand.

Quelle: RP
 
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