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Kleve
Der "Meisterbürger": Traumberuf in Bildern

Kleve: Der "Meisterbürger": Traumberuf in Bildern
Ein großer Tag für Kleve: Theo Brauer strahlt, Kanzlerin Angela Merkel hält ihm den Schirm, der niederländische Premiere Mark Rutte auch - am 23. Mai 2013. FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Kleve. Wenn Theo Brauer am Dienstag mit Triumphzug, Zapfenstreich und Festakt nach elf Jahren aus seinem Traumberuf als Klever Bürgermeister verabschiedet wird, geht eine Ära zu Ende. Der "Meisterbürger" hält es ab Mittwoch mit dem Hit von Udo Jürgens: "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an". Von Jürgen Loosen

"Ich lebe Kleve": Der sonst so wortgewaltige gelernte Pädagoge braucht nur diese drei Worte, um seine Arbeit als Klever "Meisterbürger" zu charakterisieren. "Ich arbeite 36 Stunden am Tag für diese Stadt", heißt ein weiterer gerne zitierter Satz des Nachfolgers von Josef Joeken, der im Jahr 2004 mit dem Slogan "Nah am Menschen" in der Stichwahl zum Ersten Bürger gewählt wurde und 2009 mit 54,2 Prozent eine unangefochtene Titelverteidigung hinlegte. Es gibt viele Beinamen für den Mann, der immer mit Herzblut bei der Sache war, wie selbst politische Gegner frank und frei zugeben: Brauer ist ein Volkstribun, ein Menschenfänger, ein begnadeter Redner, ein Macher, ein politischer Fuchs.

Eng verknüpft mit seinen mehr als 4000 Tagen an der Spitze der Stadtverwaltung ist nämlich die historische Tatsache, dass der eigentlich waschechte CDU-Mann nach der Kommunalwahl 2004 mit seinem bündnisgrünen Gegenspieler und Freund Dr. Artur Leenders zu den "Architekten" der bis heute stabilen schwarz-grünen "Regierungskoalition" wurde. Diese seinerzeit in Deutschland beinahe einzigartige politische Farbenkombination funktionierte fünf Jahre lang so gut, dass 2009 beide Partner ohne jede Not schon vor der Wahl erklärten, die Koalition fortsetzen zu wollen, unabhängig vom Resultat. Wie es ohne die beiden "Urväter" weiter geht, wird die Zukunft zeigen.

Bundespräsident Joachim Gauck mit "Bodyguard" Theo Brauer. FOTO: Stade, Klaus-Dieter (kds)

Unbestreitbar ist auch, dass sich Kleve in den beiden Legislaturperioden des gebürtigen Kelleners, der ebenda am 12. April 1949 das Licht der Welt erblickte, geradezu dramatisch verändert hat. Der Umbruch des vergangenen Jahrzehnts vollzog sich in einer Dynamik, die zum Naturell des Vollblutpolitikers passt - auch wenn seine direkte Beteiligung an den einzelnen Großprojekten unterschiedlich intensiv ausfällt. Für den Betrachter, der von außen auf die Szenerie schaut, bleibt es Fakt, dass in seiner Amtszeit die Hochschule Rhein-Waal entworfen und gebaut wurde, das neue Rathaus entstand, Industriestraße und Koekkoekplatz ebenso Wirklichkeit wurden wie der Kurhaus-Anbau, die Schullandschaft sich stark veränderte (Millionen-Sanierungen inklusive), der Umbau der Verwaltung zum "Konzern Stadt" in die Tat umgesetzt wurde. Unvollendet alleine ist und bleibt der Unterstadt-Umbau mit dem gescheiterten Großprojekt- Vorhaben auf dem Minoritenplatz - aber das war, ist und bleibt eine Generationen-Aufgabe.

Der Blick nach vorne auf seine Zeit als Pensionär an der Seite von Gattin Jutta ist zugleich ein Blick zurück, denn zwei der Hobbys des früheren Lehrers, der ab 1975 an der Schule für Lernbehinderte in Kleve unterrichtete, stammen aus seinen jungen Jahren - übrigens mit langem Haar wie Bart. Zum einen sitzt Brauer für sein Leben gerne auf einem Motorrad, zum anderen auf dem Drehstuhl des Schlagzeugers, der er bei der legendären Beatband "The Starfighters" auch lange Zeit war. Das Comeback der Alt-Rocker um den trommelnden Brauer bei der Veranstaltung "Made in Kleve" ist noch bestens in Erinnerung. Und noch einen humorigen Kampf will der Mann, der in der Karnevals-Session 1978/79 als "Theo der Feurige" Kleves Prinz war, ausfechten: Kleve braucht eine Prinzessin, heißt das Credo des Kavaliers von Kleve.

Passen zusammen: Kleve und Theo. FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Quelle: RP
 
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