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Kleve
Die letzte große Schlammschlacht

Kleve: Die letzte große Schlammschlacht
Zum letzten Mal werden die PS-starken Maschinen am kommenden Sonntag über die matschige Rennstrecke heizen. FOTO: Gerhard Seybert
Kleve. Zum 15. Mal werden Motorrad- und Quad-Jockeys mit ihren Maschinen über die hiesige Hindernispiste pflügen.

Alle sind traurig über das Aus für das Gelderland-Enduro. Die Organisatoren, die Fahrer, die vielen Bürger, die sich immer als Zuschauer anlocken ließen. "Selbst die Leute, die Arbeit damit haben - sogar die Leute vom Bauhof - sagen: Ach, das ist ja schade", sagt Gerd Lange von der Stadt Geldern. Doch es hilft alles nichts: Es gibt einfach keine Flächen mehr, die sich für einen Tag zu Rennstrecken umbauen lassen.

Vor 15 Jahren gab es noch mehrere passende Plätze. Die wurden inzwischen verkauft, bebaut, verplant. Dieses Jahr bleibt nur noch das Areal der Kieswerke Welbers am Welberssee. "Und da können wir leider auch nur noch dieses Jahr fahren, denn nächstes Jahr müssten wir schwimmen", sagt Mit-Organisator Norbert Schatten. Das Gelände ist für die Abgrabung vorgesehen.

Etwa 140 Motorradfahrer und 50 Quadfahrer gehen dort am Sonntag, 8. November, an den Start. Sie dürfen sich auf eine tückische Piste freuen: "Es ist nicht bloß über ein Hügelchen fahren", droht Gerd Lange. "Da werden ganz böse, gemeine Dinge eingebaut." Es gibt Sprünge, lehmige Abschnitte, Wiesen-, je nach Wetter auch Schlamm- sowie Sand-Passagen, die, aufgewühlt durch die schweren Maschinen, ständig neue Höhen und Tiefen haben. Betonröhren und langgezogene Wellenbretter werden in den Grund gelegt. Nur steile Auf- und Abfahrten gebe das Gelände leider nicht mehr her, sagt Norbert Schatten. Schatten, selbst als erfolgreicher Rallye-Fahrer das ganze Jahr über unterwegs, ist einer der Männer der allerersten Stunde beim Gelderland-Enduro. Er blickt glücklich auf die vergangenen 15 Jahre: Aus einer wilden Idee wurde ein großer Erfolg. Die Gelderner Veranstaltung sei in der Motorsport-Szene wirklich überall bekannt, erzählt er. "Egal, wo man in Deutschland unterwegs ist: Bei Gelderland-Enduro weiß jeder sofort Bescheid."

Ungezählte Zuschauer pilgerten im Laufe der Jahre zur Strecke. Die Nachbarn waren duldsam, Polizei und die übrigen Behörden zufrieden. "Das zeigt, dass wir irgendwie alles richtig gemacht haben", meint Schatten.

Für die Stadt sei das Rennen ebenfalls eine gute Sache gewesen, sagt Gerd Lange. "Im interkommunalen Vergleich ist es immer wichtig, was zu haben, was andere nicht haben." Über das Gelderland-Enduro gab's große Berichte in Fachzeitschriften, bedeutende Teams und Profis waren voll des Lobes. Auch gab es in all der Zeit keine schweren Verletzungen, erinnert sich Jens Ophey von der DLRG, die auch in diesem Jahr wieder für Sicherheit und Erste Hilfe sorgt.

Am kommenden Sonntag, 8. November, sind alle Bürger nun also zum letzten Gelderland-Enduro eingeladen. Gerd Lange wirbt: "Eine Top-Sport-Veranstaltung bei freiem Eintritt."

Quelle: RP
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