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Kleve
Die neue Volksbank am Kanal

Kleve: Die neue Volksbank am Kanal
Die Schalterhalle zeigt, wie sich der Bau in der Mitte verjüngt. FOTO: eve
Kleve. Zwölf Millionen Euro hat die Volksbank Kleverland in ihren Neubau an der Herzogbrücke investiert. Er wird termingerecht fertig und bleibt finanziell im beschlossenen Rahmen. Ab Montag ist das Gebäude für alle zugänglich. Von Matthias Grass

Licht beherrscht den Innenraum, üppig, aber warm. Auch wenn es draußen trübe ist, zaubert drinnen die leuchtende Decke in der zwei Geschosse hohen Schalterhalle des Volksbank-Neubaus am Kanal die Sonne ins Haus. Einrichtung, Empfangstheke und Wandverkleidungen schlucken mit ihren holzartigen Paneelen den Hall, der helle Granitboden spiegelt das Licht. Den Kalkarer Architekten Ader und Kleemann ist für den Klever Neubau der Volksbank eine lichte, moderne Schalterhalle gelungen, deren Einrichtung so flexibel ist, dass sie eine Bestuhlung für bis zu 120 Personen zulässt und mit Schiebetüren das Plateau vor dem Kanal einbeziehen kann. Das Licht ist dank LED-Technik in diversen möglichen "Farben" zu steuern.

FOTO: Evers, Gottfried (eve)

65 Meter lang liegt die Bank mit ihrem taillierten Baukörper am Spoykanal, ist mit dem stadtüblichen Klinker-Pflaster sowie Treppenstufen an den Kanal angeschlossen. 26,5 Meter breit zeigt der Bau der Stadt sein Gesicht, in der Mitte ist er mit 14,5 Metern so tief wie ein Einfamilienhaus, um sich zur Hafenstraße wieder auf über 20 Meter auszuweiten. Auf einer Nutzfläche von 5.275 Quadratmetern arbeiten künftig rund 100 Mitarbeiter der Bank, die beiden unteren Geschosse sind der Beratung der Kunden vorbehalten, das dritte Geschoss gehört der Verwaltung und das oberste der Geschäftsführung. In allen Geschossen gibt's Konferenzräume, im Parterre zieht bald auch die Volksbank-Immobilien ein. Der First blieb mit 17,5 Metern Höhe 35 Zentimeter unter der vorgeschriebnen Maximalhöhe, erklärt Architekt Gunnar Ader.

Konferenzen können die Mitarbeiter auch in den sich aufweitenden Fluren halten, an "Meetingpoints", in offenen Konferenzecken, die durch eine Glaswand abgesperrt werden können. Ein moderner Verwaltungsbau eben: Innen ist Architekten wie Bauherrn ein schöner und funktionstüchtiger Bau geglückt, mit wertigen, zurückgenommenen Materialien, die die Nachhaltigkeit des Gebäudes aufzeigen sollen. "Granit hält länger als Fliesen und ist auf den längeren Zeitraum gerechnet günstiger", sagt Volksbankdirektor Frank Ruffing.

Von seinem Schreibtisch, der von der Goldstraße mit umzog, blickt der Chef der Bank auf Opschlag und Burg. "Es ist das erste Mal in der 120-jährigen Geschichte der Volksbank in Kleve, dass wir einen für die Bank konzipierten Bau beziehen. Vorher haben wir immer nur in umgebauten Gebäuden gearbeitet", sagt er. Dass die entsprechenden Abteilungen endlich unter einem Dach vereint sind, sei ein deutlicher Vorteil, sagt Ruffing.

Bereits 2007 hatte der Aufsichtsrat beschlossen, eine neue Bank zu bauen, die VoBa-Kunden gaben in einer Befragung grünes Licht. 2009 bewarb sich die Bank um das Los am Minoritenplatz. Das Los wurde auf Wunsch der Stadt auf die jetzige Größe zurecht geschnitten und 2014 war Baubeginn. In nur 18 Monaten wurden zwölf Millionen Euro verbaut, die Bank bleibt damit unter ihrem gesteckten Limit. Unter dem Bau sitzt eine Tiefgarage mit 50 Stellplätzen, die von jedermann genutzt werden können. Später kann die Tiefgarage der Bank an eine große Tiefgarage unter dem Minoritenplatz angeschlossen werden.

Der Verlauf der äußeren Stadtmauer ist mit grauem Stein ins Pflaster gelegt und auch innen im Bankgebäude in der Halle zu erkennen. Die innere, über einen Meter breite Stadtmauer, ist in der Einfahrt der Tiefgarage zu sehen, wo man rechts und links des Eingangs eine Wandscheibe im alten, krummen Verbund wieder aufgemauert hat. Der Netelenhorst ist mit Erde abgedeckt. Beide - Mauer und Netelenhorst - liegen nicht auf Volksbank-Grund.

Von außen prägen große Fenster in der aufwendig mit Vor- und Rücksprüngen sowie sichtbaren Stahlträgern gestalteten Klinkerfassade und dicke graue Säulen das Gebäude. "Wir wollten mit einer Symbiose aus einem modernen, transparenten Stahl-Glas-Bankgebäude einerseits und den Säulen eines Bankbaus aus dem 19. Jahrhundert anderseits eine unverwechselbare Fassade schaffen", sagt Ader. Dabei haben die Säulen, so Ader, auch tragende Funktionen.

Die Stadt hat mit der Bank ein markantes, wertiges Gebäude bekommen. Neben der Kunst am Bau fehlt auch nicht ein Stück Klever Geschichte: in der Schalterhalle für jeden zugänglich ist ein alter Sandstein, den Haus Koekkoek als Leihgabe an die Bank gab: ein Hochwasserstein aus dem Jahr 1809, der so angebracht ist, dass die angezeigte Höhe auch die tatsächliche Höhe ist - sprich, 1809 hätte hätte die Halle wadentief unter Wasser gestanden.

Quelle: RP
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