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Kleve
Ein Festival der Kulturen

Kleve: Ein Festival der Kulturen
Die Gäste des Festivals wurden bestens unterhalten und freuten sich über das abwechslungsreiche Programm. FOTO: Evers Gottfried
Kleve. Beim 3. Festival des Vereins Haus der Begegnung Beth HaMifgash wurde ein vielfältiges Programm geboten, das sich nicht allein auf der Bühne abspielte. Höhepunkt war der Auftritt der Musikern Nancy Vieria von den Kapverden. Von Sabrina Peters

Als die Sonne bereits untergegangen war und die Musikgruppe Klezmore die Bühne in der Scheune auf dem Klever Meyerhof verließ, fing der ganz große Auftritt der Musiker um Thomas Ruffmann beim 3. Festival des Vereins Haus der Begegnung - Beth HaMifgash eigentlich erst an. Die traditionellen Klänge animierten die Besucher vor der Scheune zwischen lichtgebenden Feuerstellen und vor den Augen des sichtlich zufriedenen ersten Mifgash-Vorsitzenden Ron Manheim zu tanzen.

Die Deutsch-Niederländer hatten damit den passenden Rahmen für den anschließenden und von vielen entgegengefiebertem Höhepunkt geschaffen. "Extra Für Nancy Vieira sind viele gekommen", berichtete Manheim stolz. Vieira ist eine Musikerin aus den Kapverden, die mit Klassikern aus ihrer Heimat und ihrer Ausstrahlung das Publikum am späten Abend begeisterte. "Ich bin froh hier zu sein. Es sind ganz viele tolle und liebe Menschen hier", sagte Vieira, die auf dem Meyerhof ihr erst zweites Deutschland-Konzert spielte. In den nächsten Wochen werden im Rahmen einer Deutschland-Tournee, die sie beim Mifgash-Festival eröffnete, noch viele weitere folgen.

Begeisterte mit Klassikern aus ihrer Heimat das Publikum auf dem Meyerhof: Nancy Vieira. RP-Foto: Gottfried Evers FOTO: Evers Gottfried

So bunt wie dieses Gastspiel auf dem Meyerhof werden diese Konzerte allerdings ganz bestimmt nicht werden. Die Programmpunkte des diesjährigen Festivals waren nämlich bei weitem nicht nur musikalisch. Zum ersten Mal in der zweijährigen Veranstaltungsgeschichte eröffneten die Organisatoren das Event schon am frühen Nachmittag. Mit Hilfe des Vereines Siegfried Materborn hatte Mifgash ein Fußballturnier für Jugendliche organisiert. Neben Flüchtlingen nahmen auch sämtliche Nachwuchsfußballer aus anderen Kulturen und aus Deutschland teil. Direkt in unmittelbarer Nähe zum Fußballplatz konnten Kinder zudem mit echten Lamas spazieren gehen.

Dank der Unterstützung von zahlreichen Organisationen wie dem Klever Kinder Netzwerk, dem Eine-Welt-Laden Kleve oder der Essbaren Stadt Klever Land konnte Mifgash zudem noch weitere teils künstlerische sowie kulinarische Angebote für Groß und Klein anbieten. Den mehr als dreihundert Gästen gefiel dies. "Ich finde das Festival in diesem Jahr besser als im vergangenen. Die Organisatoren haben es geschafft ein sehr schönes ausgewähltes und vielfältiges Programm zusammenzustellen. Die Atmosphäre ist einfach wunderbar", so Besucherin Gilla. Dank Marie-Helén van Heys, die federführend für die Planung zuständig war, gab es in diesem Jahr wesentlich mehr Angebote für Kinder. Zudem konnte der Eintrittspreis auf vielfachem Wunsch heruntergesetzt werden, was gerade Familien begrüßten.

"Ohne unsere zahlreichen Helfern wäre das alles aber nicht möglich gewesen. Vielen Dank an alle", meinte Manheim. Einer von ihnen war auch Hussein, der als Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland gekommen ist und dem der Verein Haus der Begegnung - Beth HaMifgash bei seiner Integration im neuen Land maßgeblich geholfen hat. "Es ist ganz toll hier zu sein und neue freundliche Menschen kennenzulernen", sagte Hussein in beinahe fließendem Deutsch. "Die Zusammenarbeit mit Menschen aus aller Welt - das ist Begegnung", freute sich zudem Manheim. Als erster Mifgash-Vorsitzender träumt er weiterhin von einem richtigen Haus der Begegnung, das zwischen der Klever Schwanenburg und der Stiftskirche eines Tages errichtet werden soll. Das jährliche Festival hilft vielleicht dabei, dies zu realisieren.

Quelle: RP
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