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Niederrhein
Euregiorat sprach in Moers über die Flüchtlinge

Niederrhein. Regierungsvizepräsident Roland Schlapka sprach offen darüber, wie die Behörden zeitweise überfordert waren, die Flüchtlingsaufnahme zu organisieren. "Im September sind wir überschwemmt worden", sagte er bei der Sitzung des Euregiorates Rhein-Waal in Moers, in dessen Mittelpunkt die Flüchtlingsfrage stand. "Da kamen wir nicht mehr hinterher." Mittlerweile habe sich die Bezirksregierung Düsseldorf auf den Zustrom von Flüchtlingen eingestellt. "Täglich kommen 2000 nach Nordrhein-Westfalen", sagte Schlapka. Von Peter Gottschlich

Bei der Bezirksregierung sei ein Dezernat mit 50 Mitarbeitern gebildet worden, das für die Migration verantwortlich ist. Im Laufe des nächsten Jahres werde sich die Mitarbeiterzahl auf 150 verdreifachen. Zum einen sollen dadurch die Verfahren schneller laufen, zum Beispiel die Registrierung. Zum anderen will die Bezirksregierung 2016 zwei Erstaufnahmeeinrichtungen und weitere Zentrale Unterbringungseinrichtungen aufbauen. Die eine Erstaufnahmeeinrichtung soll auf dem früheren Kutel-Gelände in Essen entstehen, die andere in einer ehemaligen Kaserne in Mönchengladbach.

"Die Planungen sind fertig", sagte der Regierungsvizepräsident vor 120 Zuhörern im Enni-Sportpark Rheinkamp. Wenn die neuen Einrichtungen bezogen seien, werde es bei den Kommunen zu einer Entlastung kommen. Wie die deutschen Behörden stehen auch die niederländischen vor einer Herausforderung, um die Flüchtlingsaufnahme zu organisieren. Das machte Andre Baas von der Zentralbehörde für die Aufnahme von Asylsuchenden deutlich. In diesem Jahr nehmen die Niederlande voraussichtlich 58.000 Asylsuchende auf. "Mit so großen Gruppen von Flüchtlingen ist die Dynamik enorm", äußerte sich Andre Baas zur Begrenztheit jeglicher Planung. "Eine kleine Veränderung am Beginn der Kette kann einen enormen Effekt auf den Umfang und die Geschwindigkeit des Zustroms haben." Neben der Flüchtlingsfrage standen Projekte der Euregio Rhein-Waal im Mittelpunkt der Sitzung. Ein Projekt ist zum Beispiel der Grenzinfopunkt in Kleve, den Niederländer und Deutsche zur Beratung anlaufen können, die jeweils im anderen Land arbeiten oder wohnen, wenn sie Arbeitssuchende, Studenten oder Rentner sind.

Quelle: RP
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