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Kleve
Fünffingermodell bleibt das Vorbild

Kleve: Fünffingermodell bleibt das Vorbild
Blick auf den Platz aus der Luft. FOTO: Graupner
Kleve. Eine Lösung für den Klever Minoritenplatz liegt in der Luft: Ausgehend vom "Fünffingermodell" legten die Fraktionen jetzt ihre Eckpunkte vor, die Bauverwaltung arbeitet zwei Alternativen aus. Von Matthias Grass

Bürgermeisterin Sonja Northing und der Rat der Stadt haben es in der Hand, Kleves Dauerproblem "Minoritenplatz" endlich zu lösen: Eng liegen die Vorstellungen der Fraktionen beisammen. "Wir sind auf einem sehr guten Weg, wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt - man sieht, dass die Rückkopplung Bürger und Ratsmitglieder funktioniert: Die Kritik der Bürgerschaft von damals ist in die Eckpunkte eingeflossen", brachte Daniel Rütter, FDP-Fraktionschef, die Diskussion zu dem Dauerthema im Klever Rat auf den Punkt.

Einig sind sich alle, wie Meike Rohwer, Stadtplanerin der Klever Bauverwaltung, vortrug, dass die Verbindungen Große Straße und Herzogstraße offengehalten werden sollten, ebenso, wie die Verbindung zum Bahnhof. Es sollen Blickbezüge bestehen bleiben oder neue entstehen. Ein geschlossener Baukörper, wie ihn Sontowski noch vorsah, ist ausgeschlossen. Auch sollen die möglichen bebaubaren Flächen klar definiert und die Denkmäler herausgestellt werden. Einig waren sich alle Fraktionen, dass künftige Häuser nicht höher als die Volksbank werden sollen und vor allem, dass es einen Platz vor dem Rathaus geben wird. Allein um die Größe des Platzes wird noch diskutiert. Ein weiterer Platz soll an der Volksbank beim Netelenhorst entstehen.

Dr. Fabian Merges (Fraktionschef Offene Klever) plädierte für einen großen Platz. Petra Tekath (SPD-Fraktionschefin) warnte davor, die Maßstäblichkeit zu vergessen und einen Großplatz zu fordern, der die Klever Dimensionen sprenge. Wolfgang Gebing (CDU-Fraktionschef) unterstrich, alle seien sich immer einig gewesen, dass die Wallgrabenzone frei bliebt. "Damit reduziert sich die bebaubare Fläche sehr deutlich", sagt Gebing. Wie Tekath lobte auch Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) die gute Abstimmung in der Arbeitsgruppe zum Minoritenplatz. Sie würde sich über Pläne freuen, die für alle verständlich aufgearbeitet seien.

Die Bauverwaltung wird wie berichtet zwei Versionen vorstellen, die im nächsten Bauausschuss nach den Sommerfreien diskutiert werden. Am Dienstag, 20. September, ist eine Bürgerversammlung um 19.30 Uhr in der Stadthalle terminiert, die von einem externen Büro moderiert wird und in der die Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt und dort diskutiert werden sollen. Gebing schränkte ein, dass man damit nur einen kleinen, interessierten Teil der Bürgerschaft erreiche. Rütter wiederum betonte, dass am Ende der Diskussion eine Realisierung stehen sollte. "Man sollte den Minoritenplatz auch endlich vollenden können", sagte er. Und versicherte in einem Atemzug: "Einen Sontowski aus der Kiste wird es nicht geben!"

Grundlage der Diskussionen über diese mögliche künftige Bebauung des Minoritenplatzes bleibt das Fünffingermodell von den Architekten der Hochschule (die auch mit ihren städtebaulichen Qualitäten überzeugen) Hülsmann & Thieme und Ekkehard Voss. Das Modell wurde vor zwei Jahren im Audimax der Hochschule vorgestellt und brach die in der Diskussion um den Minoritenplatz verhärteten Fronten auf - es gab damals großen Konsens.

Als Investor hat inzwischen die Zevens Grundbesitz ihren Hut in den Ring geworfen, deren Entwurf Bürgermeisterin Northing in nichtöffentlicher Sitzung auf der Wasserburg den Fraktionen vorstellte. Den will die Politik aber erst diskutieren, wenn der neue, anhand der Eckpunkte aufgestellte Plan steht.

Die nötigen Voraussetzungen für einen neuen Bebauungsplan wurden einstimmig im Rat verabschiedet.

Quelle: RP
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