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Kreis Kleve
Geld vom LVR für Moyland und Kurhaus

Kreis Kleve: Geld vom LVR für Moyland und Kurhaus
Viel Arbeit im Museum Kurhaus im 30. Todesjahr kommt das Büdericher Ehrenmal zurück an den Ort, wo Beuys es geschaffen hat. FOTO: Gottfried Evers
Kreis Kleve. Im Museum Kurhaus fließen Gelder vom Landschaftsverband in die aktuelle Ausstellung, Moyland richtet drei Medienstationen zu Joseph Beuys ein. Von Matthias Grass

Schiebegerüste, ein Arbeitstisch, jene grauen, störrischen Decken mit denen wertvolles Parkett abgedeckt wird, "Knisterfolie". Auf einer Palette liegt ein geschwungenes Kruzifix. Es wird gearbeitet im Kurhaus Kleve. Wilhelm Dückerhoff und Norbert van Appeldorn, die beiden Techniker des Museums, haben alle Hände voll zu tun, die große Ausstellung einzurichten. Schwere wie wertvolle Exponate müssen befestigt werden, kräftige Dübel in die Wand: Das Büdericher Ehrenmal von Joseph Beuys, eine der wenigen großen Arbeiten im öffentlichen Raum, ist museal nur für die nächsten vier Monate im Museum Kurhaus zu sehen. Es ist das Werk, das eben genau an diesem Ort Ende der 1950er Jahre entstand, an dem es jetzt gezeigt werden wird: dem Klever Kurhaus. Heute wird die Straßenbahnhaltestelle aus dem Kröller-Müller-Museum aus den Niederlanden angeliefert - ebenfalls ein großes Beuys-Werk mit direktem Bezug zu Kleve. Dann muss für kurze Zeit die Tiergartenstraße gesperrt werden, damit das monumentale Exponat ausgeladen und ins Museum transportiert werden kann. Wenn Sonntag die Ausstellung eröffnet wird, muss alles stehen.

Möglich werden solche Ausstellungen nur, weil viele Institutionen sie finanziell unterstützen: Transport- und Versicherungskosten, die Einrichtung und nicht zuletzt der Druck des Katalogs kosten Geld, dessen Summe den Ausstellungsetat der meisten kleineren und mittleren Häuser weit übersteigen. "Ohne Sponsoren, ohne die Unterstützung von Land, Freundeskreis und Stiftungen geht das nicht", sagt Kleves Museumsdirektor Prof. Harald Kunde.

Das kann Dr. Bettina Paust, künstlerische Direktorin von Museum Schloss Moyland bestätigen. Sie konnte nach ihrem Amtsantritt viele Unterstützer wieder für Moyland gewinnen. Wie den Landschaftsverband Rheinland. Der unterstützt in diesem Jahr 16 rheinischen Museen mit knapp 300.000 Euro. "Die Förderung hilft besonders kleineren Einrichtungen, bestehende Angebote zu verbessern und neue Ideen umzusetzen. Damit leistet der LVR einen wirkungsvollen Beitrag zum Erhalt der rheinischen, kulturellen Vielfalt", sagt der Vorsitzende des Kulturausschusses der Landschaftsversammlung Rheinland, Prof. Dr. Jürgen Rolle (SPD).

Mit dem Geld werden Projekte in allen musealen Bereichen unterstützt, wie zum Beispiel bei Ausstellungskonzeption und -realisierung, Museumsplanung und Restaurierung, ebenso wie Publikationen und museumspädagogische Angebote, so Rolle. Aber der Landschaftsverband gibt auch Geld für Sonderausstellungsprojekte wie die "Werklinien" von Beuys im Museum Kurhaus Kleve, hier fließen 15.000 Euro, so der Landschaftsverband Rheinland in einer Erklärung. Wobei die "Werklinien"-Ausstellung vor allem auch vom zuständigen NRW-Ministerium gefördert wird.

Das Museum Schloss Moyland bekommt 35.000 Euro für die Entwicklung medialer Stationen zu Joseph Beuys in der Dauerpräsentation. Denn während in Kleve zum 30. Todesjahres von Joseph Beuys die große "Werklinien-Ausstellung" organisiert wird, wird in Moyland die Dauerausstellung erweitert: Hier soll künftig der Mensch und Künstler selbst im Vordergrund stehen - mit Blick auf die Inszenierung seiner eigenen Person nicht nur in seinen Werken ein wichtiger Aspekt, Beuys den Besuchern im Schloss näher zu bringen. Das Geld des LVR geht in die Einrichtung von drei Medienstationen in den Turmkabinetten des Schlosses, bestätigt Paust.

Quelle: RP
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