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Kranenburg/Düsseldorf
Kranenburger IS-Terrorverdächtiger soll lange in Haft

Kranenburg/Düsseldorf. Der aus Kranenburg stammende teilgeständige IS-Terrorist Kerim Marc B. soll nach dem Willen der Bundesanwaltschaft für sieben Jahre hinter Gitter. Der Prozess gegen den 23-Jährigen hatte am 2. März begonnen. Das Urteil ist für den 6. Oktober geplant. Der in Kranenburg aufgewachsene Mann habe in Syrien dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen und an Kämpfen teilgenommen, sagten die Vertreter der Bundesanwaltschaft gestern in ihrem Plädoyer vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Kerim Marc B. sei ein überzeugter Dschihadist, der noch in der Untersuchungshaft in Dortmund versucht habe, Mitgefangene zu rekrutieren. Die Erlebnisse in Syrien hätten ihn nicht von seiner Gesinnung abgebracht, im Gegenteil. Es sei alles richtig gewesen, was er in Syrien gemacht habe, habe er Zeugen gesagt. Unter dem Namen "Abu Zulfikar" soll der Angeklagte einer Einheit überwiegend bosnischer IS-Kämpfer angehört haben. Er habe von den Gräueltaten des IS gewusst und die Tötung "Ungläubiger" befürwortet. Nur wegen einer schweren Virusinfektion und eines Granatsplitters im Bein sei er 2014 für ein halbes Jahr nach Deutschland zurückgekehrt. Als der IS das Kalifat ausgerufen habe, sei er Anfang Juli 2014 erneut nach Syrien gereist und habe sein Leben in Deutschland aufgegeben. Seine Frau habe er in Deutschland zurückgelassen. Sie habe sich während der Ehe voll verschleiern müssen und nicht einmal einen Schlüssel für die eigene Wohnung gehabt. Er habe ihr dann angekündigt, sich in Syrien eine andere Frau zu nehmen. Der Angeklagte hatte seine IS-Mitgliedschaft gestanden, aber bestritten, an Kämpfen teilgenommen zu haben. Die Bundesanwaltschaft zitierte allerdings verdächtige Passagen aus Chats mit Familienangehörigen: "Die Schlacht, wo er gefallen ist, da war ich auch"; "Ich werde den Tod suchen". Dann habe er in die Heimat berichtet, dass er "zwei Kämpfe hinter sich" habe und sich nun eine Pause gönnen werde.

(RP/dpa)
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