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Kleve
Neues Kleve im alten Schwarz-Weiß

Kleve. Der Fotograf Rodney Browne zeigt im Schwanenturm Fotografien der gewandelten Stadt. Von Matthias Grass

Wie ein Schiff dessen Lampen sich im Hafen spiegeln liegt das Gebäude am Wasser. Hell gegen den dunklen Himmel leuchten die großen Fenster des Restaurants, man sieht Menschen dort sitzen, einen Wein trinken, essen. Gestreckt ist der Bau, gestreckt wie die Treppen entlang des Wassers. Rodney Browne hat das Klever Rilano-Hotel fotografiert. Nachts. Es macht auf seinem Bild eine ziemlich gute Figur. Wie auch die Volksbank gegenüber. Ebenfalls nachts abgelichtet. Seine Bilder sind ab Sonntag ganz oben im Schwanenturm zu sehen. Die Eröffnung ist am 25. März, 11.30 Uhr.

Es sei dieser dramatische Wandel in der Klever Unterstadt, der ihn fasziniert habe, sagt der Engländer, der seit den 1980er Jahren in Kleve wohnt. Diesen Wandel, dieses neue von moderner Architektur geprägte Kleve hat er in altes Schwarz-Weiß gesetzt, hat dem dramatischen Wandel starke Kontraste gegeben. "Mit dem Schwarz-Weiß der Nachtaufnahmen habe ich versucht, in den Bildern das Abstrakte dieser modernen Architektur einzufangen, während ich gleichzeitig nach der Stimmung und dem Geheimnisvollen dieser Gebäude suchte, die unser heutiges Kleve verwandeln", sagt Browne. Geradezu expressiv ist das Bild des neuen Rathauses. Schräg von unten und ohne Dach - eine Perspektive, die dem dunklen Kopfbau so ohne Spitzdach sehr gut steht. Schön hat Browne auch die zwei Seminargebäude der Hochschule und vor allem das Hörsaal-zentrum mit seinem durchlöcherten Sonnenschutz in Szene gesetzt - die schwarz-weiße Hochschule im strengen Schwarz-Weiß fotografiert. Doch Browne vergisst auch das klassizistische Kleve nicht - Haus Koekkoek, ein starkes Bild vom Kurhaus mit seiner alten Architektur hinter den Fahnen, die von der Kunst der Gegenwart künden. Dazu der Klassizismus der Gegenwart vom Spoypalais.

Es gelingt Browne, den Wandel der Stadt expressiv zu inszenieren, digital direkt in Schwarz-Weiß aufgenommen. Auch wenn die Hängung etwas abenteuerlich ist vor den Mauerpfeilern neben den Turmfenstern. Browns Bilder brauchen das Querformat - und die schmalen Wände haben nur Platz für ein Hochformat. Dennoch: Der Weg hinauf führt zu Bildern, die wirklich ein neues Kleve zeigen. Ein Kleve, das Browne, Jahrgang 1943, der Kleve inzwischen als seine Heimatstadt bezeichnet, fasziniert.

Quelle: RP
 
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