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Lokalsport
Lucas Liss siegt am Tönnissen-Center

Lokalsport: Lucas Liss siegt am Tönnissen-Center
Der sportliche Höhepunkt des Tages: Um 16.20 Uhr starteten die Elite-Herren ins große Rennen. Etwa 80 Radsportler traten gegeneinander an, lieferten sich packende Duelle. Die Bedingungen waren bei nasser Strecke nicht immer einfach. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Doppelsieg für Team Stölting. Etwa 430 Teilnehmer beim großen Radrennen in Kleve. Wettkampf mit wechselhaften Bedingungen. Von Ludwig Krause

Es surrt am Tönnissen-Center. Was der Formel 1 das typische Kreischen der Motoren, ist dem Radsport das Surren des Hauptfeldes, wenn es an den Zuschauern vorbeirauscht. "Wir haben etwa 430 Teilnehmer, das sind deutlich mehr als noch im vergangenen Jahr", sagt Rudi Tönnissen. Der Kurs in Kleve hat sich herumgesprochen. "Wir werden bei den Sportlern immer bekannter", meint der Veranstalter. Die mussten zunächst aber ganz schön strampeln. "Der Wind kommt von vorne, das ist eben Pech", meint Tönnissen.

Zum 16. Mal ging es "Rund ums Tönnissen-Center" - und das gleich in einer ganzen Reihe an Disziplinen. In insgesamt sieben verschiedenen Gruppen traten die Starter in Kleve gegeneinander an. Los ging es mit dem größten Starterfeld des Tages, den Männern der C-Klasse, die insgesamt 60 Kilometer zurücklegen mussten. "Eine Runde hat zwei Kilometer", erklärt Tönnissen. 30 Mal ging es für die Gruppe also über die Zielgerade. Den Sieg bei den Männern der C-Klasse konnte sich Lars Bartlau vom VC Vegesack holen.

Um 16.20 Uhr durfte die Elite des Radsports antreten. Und das wieder Mal unter wechselhaften Bedinungen: Seit dem Nachmittag sorgte Platzregen für eine rutschige Fahrbahn. Erschwerte Bedingungen, die Profis aber nicht aus der Ruhe bringen. Anders, als manch einer im Vorhinein vermutet hatte, konnte sich jedoch nicht der Vorjahressieger Phil Bauhaus durchsetzen. Der hatte sich zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften den dritten Platz auf dem Treppchen sichern können. In Kleve gab es nach einem packenden Schlusssprint einen Doppelsieg vom Team Stölting. Lucas Liss aus Bergkamen konnte den Sieg vor seinem Teamkameraden Nils Politt aus Köln erringen.

"Wir würden natürlich gerne viele bekannte Namen herholen. Aber derzeit ist eben Wettkampfsaison. Da ist das dann nicht immer ganz so einfach", sagt Rudi Tönnissen. Erstmalig im Programm war der NRW Schüler-Cup (U13) über 20 Kilometer, bei dem sich Joppe de Heij vom JVR de Batauiwers den Titel holen konnte. Sechs Kilometer mehr mussten die Radsportler des U15-Cups kämpfen - am Ende war hier Max Kroonen vom CRT Raalte der Sieger. "Die Nachwuchsarbeit im Kleverland wird immer besser. Auch durch die Arbeit der RRG", sagt Rudi Tönnissen. Die Radrenngemeinschaft Kleverland (Informationen im Internet unter www.rrg-kleverland.de) ist erst Anfang dieses Jahres gegründet worden, bietet seither eine Anlaufstelle für alle Radsportbegeisterte der Region. "Der Verein ist noch jung, wird aber sehr gut angenommen", sagt Tönnissen. Dazu komme die starke Jugendarbeit der Radsport-Abteilung des Turnvereins Goch, meint der Organisator. Die Begeisterung fängt schon bei den ganz Kleinen an - das wissen auch die Veranstalter "Rund ums Tönnissen-Center". Darum ging es unter dem Jubel von Zuschauern und Eltern beim Kinderrennen bis acht Jahren mit den eigenen Fahrrädern über eine Runde.

Nach den Jugend-Wettbewerben folgte am Sonntag das Jedermannrennen über 30 Kilometer, das Erik Fischer vom RV Blitz Spich für sich entschied. Einer der Publikumslieblinge ist aber nach wie vor das Firmenrennen über vier Kilometer. Hier darf sich nach ihrem Sieg in diesem Jahr "Klever Fahrradprofi" die schnellste Firma des Kleverlands nennen. Bei den Senioren 3 sicherte sich über die Distanz von 44 Kilometern Erwin Kistermacher von Olympia Amsterdam den ersten Preis. Bei den Senioren 4 siegt Joop Ribbers vom Team Stofwolk. Die größte Gaudi des Tages bot aber wieder das Rennen der Wagemutigen in den Badewannen über 100 Meter.

Der Sport ist die eine Sache, das Programm an der Radstrecke die andere: Großer Radsport benötigt auch große Radsportfans. "Die Zuschauer kommen natürlich auch wegen des Rahmenprogramms", sagt Tönnissen. Trödelmarkt und Trampoline, Kinderkarussell und Armbrustschießen. Der Radsport alleine übt nicht mehr die große Anziehungskraft aus, wie er es noch vor Jahrzehnten getan hat - wohl auch, weil die ganz große Bühne in den vergangenen Jahren mehr negativ als positiv in den Schlagzeilen vertreten war. "Dabei ist Radfahren so ein toller Sport", sagt Tönnissen, der mindestens einmal pro Woche in die Pedale tritt. "Der Fahrtwind, die Geschwindigkeit, die Natur. Es gibt nichts vergleichbares", sagt er. Die gestiegenen Teilnehmerzahlen geben ihm recht. "Es geht aufwärts", meint der Veranstalter.

Auch Mediziner Dr. Christoph Braun, der seine Praxis am Tönnissen-Center hat, ist dem Rad-Virus verfallen. "Neben Schwimmen und Laufen gibt es bei Hobbysportlern nichts besseres für das Herz-Kreislaufsystem", sagt er am Rande des Wettbewerbs. Der Vorteil am Radfahren: Die Gelenke werden nicht so belastet wie beim Laufen.

Die Begeisterung am Radsport wecken - das gelingt nur durch Rennen wie "Rund ums Tönnisen-Center". "Wir wollen weiter wachsen. Die gute Resonanz macht uns Mut", sagt Rudi Tönnissen. Und packende Schlussduelle wie beim Rennen der Elite-Männer tragen ihren Teil dazu bei.

Quelle: RP
 
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