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Leichtathletik
Tiefgründiges Geläuf fordert die Athleten

Kleve. Bei der Cross-DM in Herten gewann die Gocherin Marianne Spronk den Titel, Mannschaftssilber erkämpfte sich der TSV Weeze. Von Reinhard Pösel und Sabrina Peters

Die Deutschen Crossmeisterschaften gingen in Herten über die Bühne. Mehr als 100 Helfer des im nördlichen Ruhrgebiet angesiedelten Leichtathletikvereins krempelten die Ärmel hoch, um den mehr als 1.200 Teilnehmern in den unterschiedlichen Altersklassen einen DM-würdigen Rundkurs anzubieten. Dessen Schwierigkeitsgrad wurde durch künstliche Hindernisse noch zusätzlich erhöht. Die Wettermacher sorgten dann dafür, dass aus einem mittelschweren Crosslauf ein in höchstem Maße anspruchsvoller wurde. Durch die in den Tagen vorher niedergegangenen Regenfälle fanden die Läufer eine zum Teil schlammige Strecke vor, die nur mit fest zugebundenen Schuhen zu bewältigen war. "Einigen blieben die Schuhe im Morast stecken", beschrieb die Gocherin Marianne Spronk die Bedingungen.

Die in Kessel wohnende Langstrecklerin, die seit Beginn dieser Saison für den TSV Weeze startet, stellte sich der Konkurrenz in der Altersklasse W 65 und spulte wie gewohnt ein kontrolliertes Rennen ab. "Es war schwierig, und man war gezwungen, oft hin und her zu springen, um den schwierigsten Passagen auszuweichen", sagte Spronk, die solche Rennen im Gelände seit jeher mag. So musste sie ihren inneren Schweinehund gar nicht erst besiegen, sondern konnte sich ganz auf die Streckenbeschaffenheit und ihre Gegnerinnen konzentrieren. Das gelang ihr wieder einmal vorzüglich. Nach 5.900 Metern, die auf vier Runden verteilt waren, kam sie als Erste ihrer Altersklasse ins Ziel. Sie benötigte 30:21 Minuten, 40 Sekunden betrug der Abstand zur hartnäckigsten und ihr bestens bekannten Rivalin Gudrun Vogl.

Perfekt wurde der Tag für die unverwüstliche Langstrecklerin aus Kessel nach eigener Aussage aber erst durch die Ergebnisse ihrer Weezer Mannschaftskolleginnen Michaela Born (10. Platz, Altersklasse W 50, 27:36 Minuten) und Erika Schoofs (17. Platz, W 50, 29:10). Gemeinsam holten sie in der Mannschaftswertung der Altersklassen ab W 50 aufwärts die Silbermedaille. "Das ist mehr, als wir uns vorher ausgerechnet hatten", sagte Spronk.

Einen sehr starken Eindruck hinterließ bei der DM in Herten auch Roland Schmitz von der Pfalzdorfer Alemannia. Bei den NRW-Hallenmeisterschaften in Düsseldorf und den Kreis-Crossmeisterschaften am Weezer Petrusheim hatte der 52-Jährige bereits seine derzeit sehr gute Form unter Beweis gestellt. Die nationalen Titelkämpfe sollten die Serie an guten Leistungen fortschreiben.

Trotz des schwierigen Untergrunds benötigte Schmitz für die fast sechs Kilometer lange Distanz nur 22:32 Minuten, die ihm in der 59 Teilnehmer zählenden M 50-Altersklasse einen hervorragenden fünften Platz einbrachte. Die Bronzemedaille verpasste der Pfalzdorfer Polizist nur um 20 Sekunden.

Für Anette Joeken vom VfL Merkur Kleve waren es am vergangenen Wochenende in Herten die ersten Deutschen Crosslauf-Laufmeisterschaften. In ihrer Altersklasse W 50 belegte sie unter 24 Konkurrentinnen in 29:17 Minuten und einem zeitlich eng beieinander liegenden Feld den 18. Platz. Noch beeindruckt von den 5.900 Metern zeigte sich Joeken zufrieden mit ihrem Abschneiden. "Es war fürchterlich anstrengend. Ich bin wirklich an meine Grenzen gekommen", sagte die Merkur-Athletin.

Ein Crosslauf auf einem derart aufgeweichten Untergrund habe sie in dieser Form noch niemals vorher mitgemacht. "Von daher bin ich die Platzierung glücklich", erklärte Joeken. Für die nächsten Crossmeisterschaften habe sie dazugelernt. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich zukünftig gezielter auf eine Cross-Meisterschaft vorbereiten werde", berichtete die Leichtathletin. Ihr letzter Crosslauf sei es aber trotz der Anstrengung definitiv nicht gewesen.

Quelle: RP
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