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Reitsport
Über Kessel zur bundesdeutschen Elite

Reitsport: Über Kessel zur bundesdeutschen Elite
Die letzten Trainingseinheiten von Sophie Dammeyer auf Leeds United, bevor die beiden von heute bis Sonntag bei den Deutschen Jugendmeisterschaften um eine erfolgreiche Platzierung kämpfen. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Die 16-jährige Sophie Dammeyer wird an diesem Wochenende an den Deutschen Meisterschaften in Zeiskam teilnehmen. Von Stephan Derks

Oft ist es Liebe auf den ersten Blick, die das Herz entflammt. Dann gibt es kein Halten mehr. Die Tapete im Kinderzimmer verschwindet hinter Porträts von Hengsten und Fohlen. Die Hauptbetroffenen: Mädchen zwischen acht und 13 Jahren, bei denen Buntstifte nur noch einem Zweck dienen, nämlich Pferde zu malen. Zugegeben, ein Klischee, das aber durchaus auch auf die zwischenzeitlich 16-jährige Sophie Dammeyer zutreffen könnte. Nur, dass die heute in Rheinberg wohnende Dressurreiterin nicht mit acht, sondern bereits mit sechs Jahren vom "Bazillus Pferd" infiziert wurde.

Zum Reiten kam Sophie durch ihre Tante Ulla Bücken aus Goch-Kessel, wo sie auf dem dortigen Pensions- und Aufzuchtbetrieb sämtliche Schulferien und oft auch die Wochenenden verbrachte. Dort entdeckte sie auch Horseman Peter Kuypers, die gute Seele auf dem Kesseler Anwesen, von dem Sophie den ersten Reitunterricht erfuhr.

Offensichtlich hatte Kuypers schon damals entdeckt, was in dem kleinen Mädchen steckte. Kurzerhand wurde sie zum Turnier angemeldet und sammelte auf dem Pony Rosko nicht nur ihre ersten Wettkampferfahrungen, sondern erzielte im Reiterwettbewerb gleich die silberne Schleife. Der Grundstein in eine sich steil entwickelnde Reitkarriere war gelegt. Aus der kindlichen Lust am Reiten und der Liebe zum Pferd entwickelte sich schnell das Gefühl, einen verlässlichen Partner zu haben, der mit einiger Übung gut zu kontrollieren und zu steuern ist.

Mit elf Jahren wechselte Dammeyer zur Hengststation, dem Ferienhof Stücker zu Christiane und Josef Wilbers nach Weeze. "Hier erfährt Sophie nicht nur eine ganz besondere Unterstützung und Ausbildung durch Pferdewirtschaftsmeisterin Jana Freund und deren Team, sondern auch durch das Ehepaar Wilbers", schildert Mutter Hubertine Dammeyer die vielen schönen Erlebnisse und beachtenswerte Erfolge, die ihrer Tochter das Ehepaar Wilbers bis dato ermöglichte.

Standen vor dem Wechsel nach Weeze noch Siege und Platzierungen in etlichen Wettbewerben bis zur Anfangsklasse auf dem Programm, schnellten die sportlichen Erfolge seither steil in die Höhe: mehrfache Qualifikationen der Ponys FS Pentagon und FS Daddy Cool zum Bundeschampionat im September 2012, der Gewinn der Kreismeisterschaft der Ponyreiter im Sattel von FS Dior de Luxe und Rang vier beim Finale des Bundeschampionats auf FS Daddy Cool, mit dem sie beim Bundesnachwuchschampionat in Verden zudem Platz sieben belegte. Ein Jahr später folgte die erneute Teilnahme am Finale Bundeschampionat mit Dawson und 2014 der Qualifikationssieg auf FS Numero Uno zum Finale mit einer Wertnote von 8,8 und einem anschließenden fünften Platz. Dabei steht das Kürzel FS im Pferdenamen für Ferienhof Stücker. Zudem wurde Dammeyer Vizekreismeisterin der Junioren auf Leeds United.

Aber auch in diesem Jahr können sich die Erfolge der jungen Dressurreiterin sehen lassen. So die Qualifikation zum Bundeschampionat mit FS Numero Uno oder die Teilnahme am internationalen Young-Pony-Cup. Dazu kam der Sieg mit Leeds United in der Qualifikationsprüfung zur Rheinischen Meisterschaft, wo sie Bronze gewann und sich für die DM qualifizierte. Derweil konzentriert sich die Schülerin des Rheinberger Amplonius Gymnasium auf ein gutes Abschneiden beim Bundeschampionat und bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, die an diesem Wochenende in Zeiskam ausgetragen werden. Leeds wird selbstverständlich auch am Start sein. Ein besseres Einsteigerpferd kann sich die talentierte Reiterin nicht vorstellen.

Quelle: RP
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