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Kleve
Uedem hat jetzt seine eigenen "Münzen"

Kleve: Uedem hat jetzt seine eigenen "Münzen"
FOTO: Stade Klaus-Dieter
Kleve. Eigentlich sind es "Sonderprägungen", keine Münzen, die ja nur die Bundesdruckerei herstellen darf. Aber Uedemer, die einen solchen Taler in Gold oder Silber erwerben, werden es kaum so genau nehmen. Ab Montag bei der Volksbank. Von Anja Settnik

Vermutlich wird diese "Kleinigkeit", die gerade mal drei Zentimeter im Durchmesser beträgt, künftig im Besitz manches Uedemer Heimatfreundes sein. Entweder, weil er sich damit selbst eine Freude gemacht hat, oder weil jemand erkannte, dass dieser Gegenstand ein schönes Geschenk ist.

Erstmals hat die Gemeinde Uedem eine eigene Münze herausgegeben, die es ab Montag bei der Volksbank geben wird. Direkt zum Mitnehmen für 39,90 Euro in Silber oder für 799 Euro in Gold zum Bestellen.

Ob Uedem, das im Mittelalter ja Stadtrechte besaß, auch das Münzprägerecht hatte, wissen die heutigen Uedemer nicht so genau. "Stadt" ist der Ort schließlich schon lange nicht mehr, und streng genommen gibt es auch heute kein Recht, Geldstücke auf den Markt zu bringen. "Ich spreche deshalb lieber von ,Sonderprägungen', schließlich sind wir keine Münzfälscher", sagt Michael Knippschild von der Firma EuroMint. Nur die Bundesbank darf Geldscheine und Münzen drucken. Der Verkaufsleiter war gestern beim Pressegespräch im Uedemer Rathaus anwesend und betonte die hohe Qualität der "Taler", die zwar nicht als neues Uedemer Zahlungsmittel taugen, aber immer an das Ortsjubiläum 1150 Jahre erinnern sollen.

Intensiv sei darüber nachgedacht worden, was die Sonderprägung zeigen sollte, berichtet Bürgermeister Rainer Weber. "Wir hätten sicherlich auch die Hohe Mühle oder den Seemannbrunnen als Wahrzeichen nehmen können, aber die ehemalige Schlüterei als Sitz des Steuereintreibers passt doch besser." Der massive Turm am gleichnamigen Wall wird heute privat bewohnt. Die Schlüterei ziert die eine Seite der Münze, das Wappen der Gemeinde die jeweils andere Seite.

Die Münzen in Feinsilber 999 gibt es in einer Auflage von 300 Stück, diejenige in 999,9er Feingold wurde in einer limitierten Auflage von nur 30 herausgebracht - sie ist schließlich auch erheblich teurer. Als Geldanlage tauge das 8,5 Gramm leichte Goldstück jedoch nicht, sagt Voba-Mann Franz Steenmans. Ist ja auch so nicht gedacht; "es geht bei Sonderprägungen um die Emotion", betont Knippschild. Auch, wer sein Exemplar noch so gern haben wird, sollte es nicht mit bloßen Fingern anfassen oder dem Staub aussetzen, raten Fachleute. "Die polierten Platten im höchsten Feinheitsgrad sind sehr empfindlich, deshalb sollte der Käufer sie immer in der Schutzhülle aufbewahren, damit die Prägung keinen Schaden nimmt", rät Knippschild.

Dass das zierliche Gold- oder Silberstück tatsächlich echt ist, beweist ein Stempel im mitgelieferten Echtheitszertifikat. Welches Exemplar der Auflage man erstanden hat, geht aus der Nummer über dem Wappen auf der Münze hervor.

Bis zum Jahresende wird es in Uedem noch einige Anlässe geben, das Ortsjubiläum zu feiern. Und danach bleibt die Erinnerung in Gold oder Silber.

Quelle: RP
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