| 14.26 Uhr

176-Tonnen-Reaktor transportiert
So fuhr der XXL-Schwertransport durch Kleve

So ist der Schwertransport durch Kleve gefahren
Kleve. Vom Gelände der Firma Winkels in Kleve ist am Dienstagabend ein Schwertransport in Richtung Emmerich gestartet. Ganz reibungslos verlief das Ganze allerdings nicht.  Von Maximilian Krone

Schon früh war die Polizei am Abend vor Ort, um den riesigen Reaktor zu begutachten. Er war auf zwei Aufliegern platziert, um ihn an den Rhein gegenüber von Emmerich zu transportieren. Mit besonders kritischem Blick wurden die Maße unter die Lupe genommen. Stimmt die Länge? Passt die Breite? Wie schaut es bei der Höhe aus? Letztere sollte noch vor dem eigentlichen Start des Transport zum Knackpunkt der gesamten Aktion werden. 

Mobile Ampel sorgt für Probleme

Insgesamt war der Reaktor, der zur Kunststofferzeugung benötigt wird, rund 34 Meter lang, 4,5 Meter breit und ebenso hoch. Stolze 176 Tonnen brachte er auf die Waage. "Das ist aber noch ein eher kleiner Transport", sagt Josef Feitsma von der Firma Winkels schmunzelnd. Ende November, so Feitsma, starte dann ein größerer. Auch wenn der Mitarbeiter der Klever Metallbaufirma den Transport als eher klein bezeichnete, enormen Aufwand brachte er dennoch mit sich.

Schon vor vielen Wochen musste der Transport beantragt und von den Behörden genehmigt werden. Überall auf der Strecke wurden vorsorglich Halteverbotsschilder aufgestellt, Ampeln umgedreht, Kreisverkehre in der Mitte geöffnet, damit der lange Transport sich nicht um sie herum quälen muss. Insgesamt also ein riesiger, vor allem logistischer Aufwand. Eine kleine Baustelle an der Emmericher Straße, die es noch gar nicht gab, sorgte jedoch dafür, dass das routinierte Team aus Fahrern, Mitarbeitern der Firma Winkels und der Polizei ins Schwitzen kamen. "Eine provisorische Baustellen-Ampel wurde einen Tag zu früh aufgebaut, die Verbindungskabel hängen zu tief - um drei Zentimeter", sagte Josef Feitsma. 

Der Schwertransport fährt mit dem Reaktor durch Kleve. FOTO: van Offern, Markus

Zentimeterarbeit

Nach kurzer Besprechung zwischen Polizei und dem Transport-Team entschied man sich dazu, das Kabel mittels zwei Hebebühnen anzuheben, so dass der Transport ohne Probleme passieren konnte. "Andernfalls hätte auch die Möglichkeit bestanden, die Auflieger hydraulisch abzulassen und so noch ein paar Zentimeter an Höhe zu verlieren", sagt Feitsma. 

Viele Klever entlang der Strecke kennen den Anblick des dröhnenden Schwergewichts, das zu später Stunde die Straße entlang schleicht. Dennoch zog es am Dienstagabend wieder einige hundert Schaulustige an die Strecke. Einmal aus dem Stadtgebiet raus ließ das Interesse jedoch nach und die Geschwindigkeit nahm zu. Etwas mehr als eine Stunde, nachdem der 176-Tonnen-Reaktor das Firmengelände verlassen hatte, stand er geparkt auf einer Weide am Rhein gegenüber von Emmerich. Von dort aus wird er nun auf ein Ponton und anschließend auf ein Binnenschiff verladen, auf dem er seine Reise nach Passau antritt. Danach geht es dann wieder über Land (dieses Mal in vertikaler Position) bis nach Oberbayern. 

 
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