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Medienbericht
18-Jährige soll Vergewaltigung in Silvesternacht erfunden haben

Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln
Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln FOTO: dpa, obe kno
Köln. Deutschlandweit berichteten Medien über diesen Fall aus der Kölner Silvesternacht: Eine 18-Jährige hatte erzählt, sie sei auf dem Bahnhofsvorplatz vergewaltigt worden. Sie sei schwanger gewesen und habe eine Abtreibung gehabt. Laut einem Medienbericht war das alles erfunden.

Der vermeintliche Vergewaltigungsfall war erst im Untersuchungsausschuss zu den Ereignissen der Silvesternacht bekannt geworden: Eine Vertreterin des Vereins "Lobby für Mädchen" hatte von der 18-Jährigen berichtet. Sie hatte sich demnach nicht an die Polizei, sondern an die Hilfsogranisation gewandt und erzählt, dass sie am Bahnhofsvorplatz vergewaltigt worden sei. Ein Polizist habe sie schließlich von dem Angreifer befreien können. Sie sei schwanger gewesen und habe eine Abtreibung vorgenommen.

Wie jetzt die "Kölnische Rundschau" unter Berufung auf Justizkreise berichtet, hat die 18-Jährige das alles aber offenbar erfunden. Ermittler hätten die junge Frau an ihrem Wohnort in Norddeutschland besucht. Dabei habe die 18-Jährige zugegeben, in der Silvesternacht überhaupt nicht in Köln gewesen zu sein. 

Die Mitarbeiterin von "Lobby für Mädchen" hatte im Ausschuss von zwei Vergewaltigungsfällen berichtet, in denen sich die Opfer an die Beratungsstelle gewandt hatten. Im zweiten Fall steht die Identität des Opfers laut Staatsanwaltschaft noch nicht fest.

Bei den Vorfällen zum Jahreswechsel 2015/2016 sind am Bahnhof und vor dem Dom hunderte Frauen sexuell bedrangt worden. Es gab mehr als 1200 Anzeigen, fast 500 sexuelle Übergriffe wurden der Polizei gemeldet. 16 versuchte Vergewaltigungen wurden angezeigt, fünf vollendete – allerdings wird in allen Fällen gegen Unbekannt ermittelt.

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