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Korschenbroich
"AvantGarten": Neue Klangwelten im historischen Umfeld

Korschenbroich. Als Beitrag zur grenzüberschreitenden "Muziek Biennale" boten sich in Liedberg facettenreiche Erlebniswelten an wechselnden Orten. Von Angela Wilms-Adrians

Wiesen und Gärten standen bereit für klangmalerische Erlebniswelten im "AvantGarten". Doch Regenschauer machten das Vorhaben von Klangcollagen aus Hecken zunichte - aber nicht ein sinnenreiches Erleben von Neuer Musik. Sandbauernhof und Schloss boten vielen Besuchern Quartier für vier Musikstationen. Die künstlerische Leiterin Brita Heizmann realisierte den bisher dritten "AvantGarten" in Kooperation mit der Stadt Korschenbroich, unterstützt von Fördermitteln des Kulturraums Niederrhein. Im Sandbauernhof begann die Reise als ein sich stetig wandelndes Angebot von Wahrnehmungsebenen.

Am Treffpunkt waren die Besucher optisch umfangen von Fotografien und Collagen der Düsseldorfer Künstlerin Birgit Huebner zum Thema Gesang. Ebenso waren sie umfangen von Klangwelten: Klarinettistin Tara Bouman eröffnete den Reigen mit feinsinnigen Klangmalereien auf der Empore im Rücken der Zuhörer. Der serbische Akkordeonist Krisztián Palágy brillierte zu zeitgenössischen Werken mit elementarer Kraft, sprunghafter Elektrizität und rasanter Feingliedrigkeit. Die beinahe pantomimisch anmutende Körpersprache und Mimik sowie lautmalerische Rufe vollendeten im großen Spannungsbogen eine Einheit von Hören, Sehen und sichtbarer Emotionalität.

Vor Huebners großformatigem Porträt des singenden Kindes gestalteten Bouman und Flötistin Stephanie Lepp in einer Mischung von vereinbartem Konzept und freier Musik ein atmosphärisch dichtes Spiel. Dabei wechselten sie scheinbar nebenbei den Standort, in manchen Momenten selbstvergessen versunken und dann doch wieder über Blickkontakt dem Gegenüber zugewandt. Schüler des Gymnasiums hatten mit Musiklehrerin Regine Saus Klangimprovisationen entwickelt. Im Innenhof umschlossen sie das Publikum in lockerer Kreisformation und schienen zuweilen in der Menge unterzugehen.

Über die große Nähe wurden ihre "Klang(T)räume" auch körperlich fühlbar. Über die Eindrücke nachsinnend, machten sich alle auf den Weg zum Schloss und stiegen über Bautreppen in den obersten Saal. Dort servierten der Kölner Bratschist Werner Dickel und Palágy ein Werk des erst 28 Jahre alten Komponisten Matthias Krüger.

Vor der Scheune mit dem Schloss als Kulisse endete die musikalische Reise. Ein "AvantGarten"-Büffet erfreute schließlich die Geschmacksnerven.

Quelle: NGZ
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