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Korschenbroich
Das Jazzcafé feiert runden Geburtstag

Korschenbroich. Vor 20 Jahren rief Leonard Gincberg die Veranstaltungsreihe Jazzcafé ins Leben. Seitdem holte der Ideengeber zahlreiche Jazz-Größen nach Korschenbroich. Er selber trat schon mit Seal und Klaus Doldinger auf. Von Marion Lisken-Pruss

Sunna Gunnlaugs, Barbara Dennerlein oder Charlie Mariano - das sind Namen, die bei Jazz-Fans den Puls in die Höhe treiben. Barbara Dennerlein gehört zu den besten Jazz-Musikern der Welt, und auch der 2009 verstorbene Charlie Mariano zählte zu den Großen des Jazz. Sie alle haben schon in Korschenbroich gespielt - weil Leonhard Gincberg sie ins Jazzcafé nach Liedberg eingeladen hatte. Dieses Jahr feiert das Jazzcafé seinen 20. Geburtstag. Aus dem Kulturprogramm der Stadt Korschenbroich ist das Jazzcafé nicht mehr wegzudenken, denn längst hat sich die Veranstaltungsreihe dort einen festen Platz erobert.

An die Anfänge kann sich Gincberg noch gut erinnern: Als er 1993 als Bezirksleiter an der Musikschule des Rhein-Kreises nach Korschenbroich kam, vermisste er hier vor allem eines - den Jazz: "Es gab die internationalen Orgelwochen, eine Klaviermatinée, Theater und Kabarett, aber keinen Jazz." Der aber würde die Stadt bereichern, befand er und überzeugte kurzerhand den ehemaligen Kulturamtsleiter Pejo Stefes von seinen Plänen. Seitdem organisiert er ehrenamtlich Jazz-Konzerte im Liedberger Sandbauernhof. Waren es anfänglich vier pro Jahr, finden mittlerweile jährlich sechs Auftritte statt. Ihren Namen erhielt die Konzertreihe, weil die Gäste im Sandbauernhof ursprünglich an Tischen saßen. Längst sind die Tische Stuhlreihen gewichen, und häufig wird auch die Empore für Besucher geöffnet. Denn seitdem das Jazzcafé im Netzwerk "Jazz am Niederrhein" vertreten ist, reisen die Zuhörer auch von weiter her an. Kulturamtsleiterin Michaele Messmann ist ebenfalls von der Konzertreihe überzeugt. "Ich bin selber Jazz-Fan", verrät sie und attestiert Leonhard Gincberg ein untrügliches Gespür dafür, hochkarätige Künstler auszuwählen.

Ihm ist es wichtig, auch junge Musiker und solche mit außergewöhnlichen Instrumenten für das Jazzcafé zu engagieren. "Man kann auch mit der Harfe, dem Bandoneon und sogar der Mundharmonika Jazzmusik machen", sagt er mit leuchtenden Augen. Stilistisch hat er sich nicht festgelegt - im Gegenteil, es ist die Vielfalt, die ihn beim Jazz begeistert. Die reicht vom Chicago-Jazz über Dixiland, Swing und Bebop hin zu verschiedenen Mischungen wie dem Latin-Jazz. "Selbst Tango ist eine Mischung mit Jazz-Harmonik", sagt er.

Dass das Jazz-Café fortgeführt wird, steht für Kulturamtsleiterin Michaele Messmann fest. Das Programm für 2017 hat Leonard Gincberg schon ausgearbeitet. Nur so viel verrät er: Ein Highlight wird der Auftritt der Sängerin Liza da Costa sein. Auch für das aktuelle Jubiläumsjahr hat er einige Jazz-Größen nach Liedberg eingeladen. Im September tritt er gemeinsam mit Ulla van Daelen, der langjährigen Soloharfenistin des WDR-Rundfunkorchesters, auf.

Quelle: NGZ
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