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Korschenbroich
Gröhe will bessere Hausarztversorgung

Korschenbroich. Der Bundesgesundheitsminister sprach bei der CDU-Mitgliederversammlung. Von Rudolf Barnholt

Die CDU-Mitgliederversammlung am Samstag in der Aula der Realschule Kleinenbroich hätte gerade mal zehn Minuten gedauert: Die Wahl der 54 Vertreter und 54 Ersatzvertreter für die Wahlkreisvertreterversammlung des Bundestagswahlkreises erfolgte en bloc, ebenso wie die Wahl der 26 Vertreter und 26 Ersatzvertreter für die Wahlkreisvertreterversammlung des Landtagswahlkreises. Dass die Versammlung doch zwei Stunden dauerte und sehr aufschlussreich war, lag daran, dass Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zu wichtigen Fragen der Gesundheitspolitik Stellung nahm.

"Das Gesundheitsministerium ist ein Ressort, das in besonderem Maße zur CDU passt, denn es ist auch ein Stück Wirtschaftspolitik", erklärte Gröhe. Das Gesundheitssystem sei gut, es gebe jedoch "eine Reihe von Herausforderungen, damit das auch in Zukunft so bleibt". Um die Versorgung auch in ländlichen Regionen zu sichern, soll es eine bessere Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten geben. Dauert es zu lange, bis Pflichtversicherte einen Facharzttermin bekommen? Fest steht, dass eine Telefonnummer helfen soll, wenn's hakt: Wenn die Behandlung bei einem Facharzt nicht binnen kurzer Zeit möglich ist, sollen die Krankenhäuser einspringen - die Kosten gehen dann zu Lasten des Ärzte-Etats. "Die Hausarztversorgung im Rhein-Kreis Neuss ist gut - nicht sehr gut ist sie jedoch in Kaarst", sagte Gröhe. Verbessert werden soll sie durch ein Maßnahmenbündel, bei dem auch kleinräumigeren Systeme eine Rolle spielen sollen. Bei der medizinischen Versorgung müssten auch außergewöhnliche Wege beschritten werden: "Gibt es nicht auch Dinge, die eine besonders ausgebildete Fachkraft erledigen kann und nicht nur der Arzt?"

Auf der anderen Seite kritisierte Gröhe die Mediziner: "Kein Arzt ist in seiner Existenz bedroht, wenn er sich mal etwas mehr Zeit für einen Patienten nimmt." Was ihm sonst noch wichtig ist: "Reha muss vor Pflege gehen, Krankheiten wie Diabetes müssen möglichst verhindert werden." Und: "Eine Beitragsexplosion einseitig zu Lasten des Arbeitnehmers darf es nicht geben."

Quelle: NGZ
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