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Korschenbroich
Kunstfrühling geht in die nächste Runde

Korschenbroich: Kunstfrühling geht in die nächste Runde
Sie gestalteten die Abschlussveranstaltung zum Kunstfrühling: Georg Sehrbrock (links) und Peter Körfer. FOTO: Ilgner
Korschenbroich. Mit einer musikalischen Delikatesse verabschiedete sich der Korschenbroicher Kunstfrühling. 33 Künstler machten die Stadt für neun Tage zu einer großen Galerie. Die gute Nachricht: "In zwei Jahren wird es eine Neuauflage geben." Von Rudolf Barnholt

Zu sagen, der neunte Korschenbroicher Kunstfrühling wäre am Sonntagabend mit einem Paukenschlag zu Ende gegangen, wäre nicht ganz korrekt. Er verabschiedete sich vielmehr mit einer musikalischen Delikatesse: Die Formation "Byggesett Orchestra" gab ein teilinprovisiertes Konzert mit Videosequenzen unterlegt. So etwas dürfte es noch nie in der Alten Schule gegeben haben.

Das elektronische Konzert - der vorhandene Flügel wurde zusätzlich genutzt - enthielt sehr viele Jazzelemente. Georg Sehrbrock (54) aus Mönchengladbach und Peter Körfer (43) aus Krefeld hatten auf ihren Schlagzeuger und ihren Trompeter verzichtet und machten ihrem Namen damit alle Ehre. "Byggesett Orchestra" heißt so viel wie Baukasten-Orchester. Die Stücke haben ein festes Gerüst, das aber genug Raum lässt für Improvisationen. Die Musiker spielen sich in eine Art Trance und alles, was dann zu hören ist, ist einmalig - kein Konzert ist wie das andere. Den Zustand der Entrücktheit erreichten offenbar auch einige Zuhörer. Es waren sphärische Klänge, die Stücke hatten Titel wie "Verregnetes Klavier". Die Musik wurde teilweise wie Malerei in Schichten überlagert, aber die Wirkung der meditativen Klänge wurde noch verstärkt durch bewegte Bilder und die Beleuchtung. Für das Licht war Thorsten Büschkes zuständig. Er ging mit den Effekten sehr sparsam und akzentuiert um. Jörg Pispers hatte Bilder komponiert, die das Auge der Betrachter magisch anzogen. Diese Motive wirkten ähnlich die Gelassenheit fördernd wie die Musik. Da wogen Gräser im Wind, später war es ein Waldstück, das aus allen Perspektiven gezeigt wurde.

Gisela Willems-Liening hatte die Musiker in Viersen bei einem Konzert für Korschenbroich entdeckt. "Ich finde es schade, dass sie nicht in der Kirche auftreten durften", bedauert die Vereinsvorsitzende des "Freundeskreis für Kunst und Kultur" in Korschenbroich.

Wird es eine Neuauflage, also einen zehnten Korschenbroicher Kunstfrühling geben? Darauf gab's eine klare Antwort. "Ja, natürlich", versicherte Gisela Willems-Liening. Dass sie es ernst meint, lässt ihr Einsatz erkennen. "Nach dem Kunstfrühling ist vor dem Kunstfrühling. Ich fange schon heute damit an, nach interessanten Künstler Ausschau zu halten." Die Einladungen zum zehnten Kunstfrühling 2018 werden bereits Mitte 2017 erfolgen. Dass die 100 blauen Schafe, die gemeinsam eine sogenannte Friedensherde bilden sollten, zur Kunstfrühlings-Eröffnung fehlten, habe der Großveranstaltung nicht geschadet. "Sie hätten ohnehin nur einige Stunden im Park der Niederrhein-Klinik gestanden", erklärt Gisela Willems-Liening. Sie zeigte Verständnis dafür, dass sie stattdessen kurzfristig in Wien zu sehen waren. In der Klinik waren als kleiner Ersatz zehn der blauen Schafe ausgestellt gewesen.

Ihre Bilanz fällt positiv aus. Die Urteile der 16 beteiligten Geschäftsleute, die ihre Schaufenster zur Galerie machten, wird sie erst nächste Woche in Erfahrung bringen: "Dann hole ich die restlichen Kataloge ab."

Quelle: NGZ
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