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Korschenbroich
Kunstwerke treffen auf Landwirtschaft

Korschenbroich: Kunstwerke treffen auf Landwirtschaft
Die Künstler präsentierten gestern bei einer Pressekonferenz einige ihrer Werke, die sie bei der Ausstellung am Wochenenende zeigen werden. FOTO: Lothar Berns
Korschenbroich. Die Künstler-Initiative KiK um Kurator Robert Jordan wählt ungewöhnliche Orte, um Kunst zu den Menschen zu bringen: Beim Kunsterlebnis "Höf-lich" sind am Wochenende 230 Exponate von 41 Künstlern auf sieben Bauernhöfen zu sehen. Von Marion Lisken-Pruss

Kühe, Traktoren und Kisten voller Äpfel, das erwartet man eigentlich auf einem Bauernhof. Zeitgenössische Kunst hingegen weniger. Aber das wird sich ändern: Am kommenden Wochenende verwandeln sich sieben Bauernhöfe rund um Korschenbroich in temporäre Ausstellungsräume.

Dann werden 16 Künstler der Initiative KiK (Künstler in Korschenbroich) und 25 Gastkünstler aus dem Rhein-Kreis Neuss ihre aktuellen Werke in Scheunen, Ställen und Wirtschaftshöfen präsentieren. Das verbindende Element der rund 230 Exponate: Sie alle beziehen sich auf die Themen Landwirtschaft und den Jahreskreis. Dabei geht es Kurator Robert Jordan nicht um ein vermeintlich idyllisches Landleben. Im Gegenteil: Das Kunstprojekt "Höf-lich" zielt ab auf den Zeitenwandel, der auch vor den Bauernhöfen nicht Halt macht.

"Früher läutete das Erntedankfest die Phase ein, in der ein Landwirt sich auf den Winter vorbereitete. Heute hingegen, wo Lebensmittelmärkte fast rund um die Uhr geöffnet haben, erfordern Konsumveränderungen eine Umstellung der Produktionsabläufe. Die Landwirte sind ohne Rücksicht auf die Jahreszeiten zu Zulieferern der Supermärkte geworden", sagt er. Und wo, wenn nicht vor Ort, könnte man das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne besser erlebbar machen? So hat Robert Jordan sieben Höfe für sein Projekt gewinnen können. "Wir möchten den Besuchern die Realität auf den Bauernhöfen näherbringen", sagt Wolfgang Wappenschmidt, der als Schirmherr der Ausstellung und Vorsitzender der Kreisbauernschaft auch seinen Hof, Haus Glehn, als Ausstellungsort zur Verfügung stellt. Die Künstler gehen ganz unterschiedlich an dieses Projekt heran: Gegenständliche und abstrakte Werke stehen einander gegenüber, die teils hintersinnig sind, teils politisch oder humoristisch. Kik-Künstlerin Hubertine Wingerath, deren Gemälde auf dem Altschanzerhof zu sehen sind, hat Früchtestillleben im Stil der Alten Meister gemalt. Darauf stellt sie exotische Früchte wie Feigen oder Granatäpfel heimischem Obst gegenüber. Jeannette Milka, die auf Hof Bertrams ausstellt, hinterfragt mit ihrem "Erdapfel" die weltweiten Transportwege der Äpfel. Und Christine Fischer, deren Werke auf Hof Bolten vertreten sind, hat die Technik der Radierung für eine Niederrheinlandschaft gewählt. Die dezentrale Ausstellung eröffnet am Samstag um 12.30 Uhr zeitgleich auf allen sieben Höfen. In Haus Glehn tritt dann das Tutta Forza Saxophonquartett der Kreisjugendmusikschule auf.

Quelle: NGZ
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