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Korschenbroich
Münzgeld: Einzelhändler uneins

Korschenbroich. Der Vorstoß in Kleve, Kaufbeträge zu runden, findet nicht nur Zustimmung.

Das Geklimper in der Kasse soll aufhören. Da sind sich zumindest einige Einzelhändler in der Stadt Kleve einig. Sie wollen die Ein- und Zweicentmünzen aus ihren Geschäften verbannen - und "krumme" Summen demnächst zumindest auf Fünfcentstellen auf- beziehungsweise abrunden. Diese Idee kommt bei den Einzelhändlern in Korschenbroich unterschiedlich an. "Ich bin da persönlich etwas skeptisch", sagt City-Ring-Vorsitzender Christoph Kamper, der im Ortskern ein Schuhgeschäft betreibt. Er habe weniger mit krummen Beträgen zutun, da die Preise für seine Waren überwiegend auf 95 Cent endeten.

Grundsätzlich hat der 52-Jährige Verständnis für die Händler, die sich an den kleinen Centbeträgen stören. Doch beim Runden der fälligen Beträge an der Kasse könne schließlich auch aufgerundet werden - zu Gunsten des Verkäufers. "Ich kann mir vorstellen, dass das einige Kunden stört. Viele erwarten vom Händler, dass er abrundet. Das ist ein psychologisches Moment", erklärt Kamper, der vor Schnellschüssen warnt und erst die Meinung seiner Kunden hören wollen würde, ehe er die kupferfarbenen Münzen aus seinem Geschäft ausschließt.

Der Korschenbroicher Supermarktbetreiber Gerhard Handick hingegen befürwortet, die kleinen Cents abzuschaffen. "Das würde ich sehr begrüßen", sagt der Einzelhändler, der im Stadtgebiet zwei "Edeka"-Märkte leitet. Bei ihm enden die Preise der Produkte auf sehr unterschiedlichen Centstellen - häufig so, dass Kunden Ein- und Zweicentstücke an der Kasse als Wechselgeld erhalten. "Es wäre für uns logistisch deutlich einfacher, auf die kleinen Münzen zu verzichten. Eine Rolle Kleingeld kostet bei den Banken oft 50 Cent. Eine Rolle mit Eincentmünzen fasst zum Beispiel 50 Stück - und kostet dann genauso viel", berichtet Handick.

Er kann nicht verstehen, warum manche Kunden so sehr an den Mini-Münzen hängen. "Die meisten zahlen inzwischen sowieso mit EC- oder Kreditkarte", sagt der Einzelhändler. Außerdem würden auch die Anschaffungskosten für das kleine Wechselgeld unterm Strich auf die Preise im Supermarkt umgelegt.

(cka)
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