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Korschenbroich
Preisträgerin löst Konzertversprechen an Andreas-Orgel ein

Korschenbroich: Preisträgerin löst Konzertversprechen an Andreas-Orgel ein
Begeisterte beim Preisträgerkonzert ihr Publikum: Daria Burlak. FOTO: Jkn
Korschenbroich. Mit technischer und musikalischer Perfektion hatte Daria Burlak beim Internationalen Orgelwettbewerb 2015 die Jury um Kantor Martin Sonnen überzeugt, ihr den ersten Preis zu verleihen. Nun trat die Interpretin erneut in der Pfarrkirche St. Andreas auf, um ihr Preisträgerkonzert einzulösen. Ansgar Heveling vom Freundeskreis für Orgelmusik versprach in der Begrüßung zu Recht "ein schönes und virtuoses Konzert". Mit acht Werken von sieben Komponisten vom Frühbarock bis in die Gegenwart schlug die junge Russin mit Wohnsitz in Deutschland einen großen musikalischen Bogen.

Erneut bestach sie mit Können, Präzision, Kraft und auch behutsamen Momenten. Thema waren die Genres Toccata, Adagio und Fuge, allesamt vereint in Bachs unter Nummer 564 aufgeführtem Werk, das damit zentrale Bedeutung bekam. Hier verwob die Interpretin zu Toccata und Fuge virtuos die Stimmen, das Adagio setzte sie im sanft leuchtenden Ton ab.

Zugleich hatte Burlak im Programm ein feines Netz um die musikalischen Vorlieben ihres früheren Orgelprofessors Vassily Lobanov gesponnen. Der hat ihr drei Toccaten gewidmet, von denen sie eine in St. Andreas vortrug.

Mit Schumanns Fuge Opus 60 Nummer 2 über den Namen "Bach" vertiefte die Organistin ausdrucksvoll den Bezug zum Thomaskantor. Beim Auftakt mit Saint-Saens´ Präludium und Fuge hatte sie bereits zuvor ihre sichere Handschrift bewiesen.

Zum Adagio Cantabile des Zeitgenossen Paolo Bougeat entwickelte Daria Burlak über monotonem Grundton filigrane Läufe im insgesamt eher ruhigen Duktus. In der behutsam zurückgenommenen Gestaltung gab sie dem Satz eine meditative Anmutung, die ihren Kontrast in der lebendigen Umsetzung von Mendelssohn-Bartholdys Präludium und Fuge c-Moll fand.

Nach dem Konzert betonte Daria Burlak, wie wichtig es ihr gewesen sei, die Toccata ihres ehemaligen Lehrers zu spielen. Im Konzert wählte sie für Lobanovs 2016 vollendetes Kleinod eine verhaltene Registrierung. So trafen warm leuchtende Klanggespinste auf beinahe tonlos vibrierende Folgen, Transparenz auf dichte Klanggebilde. Es verstand sich von selbst, dass die Toccata des russischen Komponisten in direkter Nachbarschaft zu Bachs Toccata, Adagio und Fuge stand. Zu Bachs Passacaglia gestaltete sie ein strahlendes Finale, das mit herzlichem Beifall belohnt wurde.

(anw)
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